Duftgarten-Wohnung mit 4 Freiluft-Zimmern

„Ich möchte endlich mitten in meinem Garten wohnen und ihn mit all meinen Sinnen genießen anstatt nur Rasen mähen und abgefallenes Laub zusammenrechen. Ich möchte mich nach einem hektischen Arbeitstag entspannen und mich an bunten und duftenden Blumen erfreuen, ein kleines Paradies direkt vor meiner Haustür haben.“

Das war ein eindeutiger Auftrag, den uns da Frau Monika M. erteilte und sie ließ im weiteren Gespräch keinen Zweifel aufkommen, dass sie sich die Schaffung einer größeren Wohlfühl-Oase vorstellte, die über die Anlage einiger Blumenbeete hinausgehen sollte.

Grundstücksprofil

Das gesamte Grundstück hat eine Größe von 700 m², ist ruhig gelegen, nach Süd-Westen ausgerichtet und rundum geschützt durch eine Ligusterhecke. Frau M. wohnt hier ganzjährig in einem Einfamilienhaus, das nahe der Straßenfront steht und eine nach hinten ausgerichtete Terrasse hat. Außer einigen Blumen rund um die Terrasse gibt es im Garten eine 400 m² große Rasenfläche und einige Bäume.

Für ihre neu anzulegende – möglichst gut vom übrigen Garten ,abgeschirmte’ – Wohlfühl-Oase wollte Frau M. 100 m² der Rasenfläche zur Verfügung stellen.

 

Die üppig wachsende Wildrosenart Rugosa Hansa begrüßt
gleich beim Eingang in den Duftgarten mit tollen Blüten.

Projektprofil

Wir haben nach eingehenden Analysen der Wünsche und persönlichen Vorlieben unserer Auftraggeberin sowie der örtlichen Gegebenheiten die Anlage eines Duftgartens in Form
einer Duftgarten-Wohnung mit 4 Freiluft-Zimmern vorgeschlagen, die mit ,funktionellen Räumen’ konzipiert wurde:

  • Vorzimmer, das durch einen Rosenbogen betreten wird und von dem aus die restlichen ‚Zimmer’ direkt erreichbar sind.
  • Schlafzimmer (sichtgeschützt durch einen berankten Staketenzaun), das mit beruhigend wirkenden Funktions-Duftpflanzen ausgestattet wurde und zur Entspannung (nach der Arbeit und für einen besseren Schlaf) dient.
  • Wellness-Zimmer mit Teich und Springbrunnen mit mental stärkender Aufbau- und Anregungswirkung.
  • Wohnzimmer als Kommunikations- und Genussareal. Hier befindet sich auch eine Sitzgruppe unter einer mit Clematis und Efeu berankten Holz-Pergola. Es steht im Zeichen des anregenden Genusses durch entsprechende weiche, harmonische Düfte bis hin zu Nasch-Amphoren mit aromatischen Walderdbeeren.

 

Duftgarten-Details

Besondere optische – und auch olfaktorische – Elemente des gesamten Duftgartens sind zwei Hecken mit Parkrosen ‚Hansa’ und Edelflieder.

Zwei größere Rispenhortensien und ein Silberkerzenstrauch stechen nicht nur durch die optische Erscheinung, sondern auch durch ihren Vanilleduft hervor.

Unter den Pflanzen ist Rindenmulch vorgesehen, ebenso beim Sitzplatz unter der Pergola. Teilweise sind an der Basis von Duftpflanzen auch passende ‚funktionelle’ Bodendecker vorgesehen, wie Thymian, römische Kamille und Kriechwacholder. 

Die prachtvollen Blütenrispen des Silberkerzenstrauchs, der
auch Zimterle genannt wird, duften nicht nach Zimt, sondern
verströmen einen betörenden Vanilleduft, der im ,Schlafzimmer’
herrlich beruhigt.

Die Clematis werden an der Basis mit Frauenmantel gegen Sonneneinstrahlung ‚abgeschirmt’.
Um bei der Pergola gleich von Anfang an eine gute Abschirmung zu erreichen, wurden zwei fertige Efeu-Heckenelemente gewählt, die guten Sicht- und Windschutz bieten. Efeu wirkt leicht harmonisierend und setzt auch durch die Blattform die von den Wegen gebildete Herzform fort.

Da der Duftgarten auf einem bereits vorhandenen Rasengelände angelegt wird, kann dieser Rasen genutzt werden. Um auch im zeitigen Frühjahr einen optischen und duftenden Akzent zu setzen, werden im gesamten Rasenbereich Duftveilchen gepflanzt.

Um eine optimale und mühelose Wasserversorgung aller Pflanzen zu gewährleisten wurde eine vollautomatische Bewässerung empfohlen.

Personen-Profil

Frau M. ist eine 35jährige Frau, die in einer Apotheke tätig ist und die sich von einem neu anzulegenden Duftgarten wünscht:

  • Entspannung (Wellness) am Abend nach der Arbeit, ‚abschalten’ und fallweise Stille genießen,
  • ihre Schlafqualität verbessern, aber auch
  • die Möglichkeit haben möchte, die positive Stimmung im Duftgarten fallweise mit lieben Menschen zu teilen bzw. gemütlich zu genießen (z.B. ‚Kaffeeplauderstunde’ am Wochenende mit Nachbarin).

 

Duftvorlieben: Sie mag gerne frisch-fruchtige Aromen, aber auch Düfte, die Geborgenheit vermitteln, wie etwa Vanille (Erinnerung an Mauritius) oder Veilchen.
Lieblingsblume: Veilchen
Lieblingsfarbe: Blau
Allergien: keine
Sie mag gerne Wasser (auch fließend, plätschernd) und fühlt sich von Bienen, die Blüten umschwärmen, nicht ‚bedroht’.

Sie macht gerne – soweit zeitmäßig möglich – Gartenarbeit, möchte aber auch fallweise die Hilfe eines Gärtners in Anspruch nehmen und eine vollautomatische Bewässerung nutzen.

 

 

Hurra, unsere Zistrosen blühen!

Eine traumhaft schöne ,Blütenwolke’ ist in unserem Garten über Nacht gleichsam ,explodiert’: Die herrlichen purpurfarbenen filigranen Blüten mit ihrem dezent-harzigen Duft zaubern ein wunderbares mediterranes Frühsommer-Gefühl in unseren entspannend-beruhigenden ,Duftraum’. Diese Blüten sind so zart, als ob sie aus Seidenpapier gemacht wären und erfreuen unsere Sinne leider immer nur für einen einzigen Tag. Wir können uns aber trotzdem freuen: Von nun an kommen aus den unzähligen Knospen jeden Tag viele neue Blüten – bis in den Sommer hinein …

Zistrosen sind Halbsträucher, die gerne in der prallen Sonne stehen und denen die Hitze ein würzig-herbes, für den Mittelmeerraum typisches Aroma entlockt. Diese aus Blättern und Blüten kommenden ätherischen Öle haben die Pflanze schon im Alten Griechenland zu einer vielfältig eingesetzten Heilpflanze gemacht. Die reichlich enthaltenen Polyphenole wirken antioxidativ und sollen entzndungshemmend sowie immunstärkend sein. Auch bei Hautproblemen und gegen Falten werden Cistrosen-Extrakte verwendet.

Psychische Wirkungen

Die aus der Pflanze extrahierten oder im Freien ,ausgedünsteten’ Duftstoffe der Zistrose haben eine markante psychische Wirkung – sie tragen zur Beruhigung bei Stress, Nervosität und Schlafstörungen bei, wirken Muskel entspannend und psychisch aufbauend. Aus diesem Grund sollten Zistrosen bei der Anlage eines ,funktionalen’ Duftbereiches im Garten fix eingeplant werden (siehe auch ,Wirkung eines Duftgartens‚).

Zistrosen-Blüten sind filigrane Schönheiten – dies ist
die Blüte einer Purpur-Zistrose, es gibt aber viele
verschiedene Varietäten, die meist rein weiß blühen.

Gärtnerische Daten:

Name: Zistrose – Cistus
Wuchs: aufrecht, dicht buschig wachsender Halbstrauch, wird etwa 70 cm hoch
Blüte: Mai bis Sommer – je nach Witterung; purpur oder weiß mit dunklem Basalfleck oder rein weiß – je nach Sorte, mittelintensiver harziger Duft
Standort / Boden: Sonne / durchlässiger, eher nährstoffarmer Boden ohne Torf
Wasserbedarf: mäßig, aber nicht ganz austrocknen lassen, weil dann die Blüte stoppt und sich die Blätter einrollen
Lebenszyklus: mehrjährig, im Garten ausgepflanzt winterhart bis etwa -12 Grad, Wurzelbereich vor dem Winter eventuell anhäufeln und obere Teile mit Reisig schützen
Giftigkeit: nein

 

Wenn Feuerwanzen ihren Frühlingsreigen tanzen

Erschreckt war ich vor vielen Jahren noch, als ich zum ersten Mal auf meinen Hibiskussträuchern eine Invasion von roten Käfern entdeckte. Heute weiß ich, dass diese Tiere keine Käfer, sondern Wanzen und völlig harmlos sind.

Die bei uns in Europa vorkommende ,Gemeine Feuerwanze’ (Pyrrhocoris apterus) ist meist 8 bis 12 mm groß, hat eine sehr auffällige schwarz-rote Färbung und ist wegen ihrer stark verkürzten Flügel flugunfähig.

Diese bei Gärtnern nicht besonders beliebten Tiere finden sich in größeren Ansammlungen am Boden unter Linden, Robinien und Malvengewächsen. Und oft ,marschieren’ sie auch im Frühling auf Ästen von Hibiskussträuchern, auf denen sich noch trockene Samenkapseln befinden.

 

Feuerwanzen ernähren sich hauptsächlich von Samen, fressen aber auch Schneckeneier.

Im Garten auch nützlich

Außer an Samen tun sie sich noch an toten Kleintieren und an der Brut von Insekten gütlich, fressen aber auch Schneckeneier – so gesehen sind sie im Garten sogar nützlich!
Also ein Grund mehr, sie einfach in Ruhe im April und Mai ihren ,Frühlingsreigen’ tanzen zu lassen.

Wer sie aber trotzdem partout nicht in seiner Nähe will, kann versuchen, sie mit natürlichen Mitteln zu vertreiben: Feuerwanzen orientieren sich stark an Duftstoffen und kommunizieren auch damit. Wenn man sie nun mit einem stark riechenden Pflanzenauszug (siehe auch meinen Beitrag ,Pflanzenauszug gegen Blattläuse’) besprüht und damit ihre eigene ,Duftaura’ stört, löst sich in vielen Fällen die Ansammlung auf.

Spielt euch heiter mit gelben Blüten

Ich mache es möglichst oft. Weil ich spüre, dass es mir gut tut: Das intensive Betrachten gelber Blüten stimmt mich auch an grauen Tagen heiter und optimistisch, es versetzt mich spontan in frühlingshafte Aufbruchstimmung. Selbst wenn es nur Bilder von Blumen sind …

Lebensfreude, Optimismus, Aktivität, Fröhlichkeit, Geselligkeit, Neugier, Entfaltung, Offenheit, Kreativität und vertrauensvolle Wärme – für all diese positiven Eigenschaften steht die Farbe Gelb.

Gerade jetzt im Frühling freuen wir uns über die ersten Blüten in der Natur, die sehr oft gelb sind und neues Wachstum und ,Neustart’ symbolisieren: Märzenbecher, Primeln, Winterlinge, Tulpen und Forsythien verwandeln unseren Garten in ein sonniges Blütenparadies, das uns gute Laune macht.

Deshalb dürfen auch in keinem Duftgarten, der aufbauend und animierend wirken soll, gelbe und gelb-orange Blüten fehlen – sie sind eine wertvolle Verstärkung der Wirkung von stärkenden und aufheiternden Duftpflanzen.

Übrigens regt die Farbe Gelb auch die Kommunikationsfreudigkeit an und erhöht die Konzentrationsfähigkeit. Damit ihr das auch spielerisch machen könnt, habe ich euch ein Memo-Spiel mit gelben Blüten zusammengestellt:

HIER

kommt ihr direkt zum Memo-Spiel – viel Spaß und Erfolg dabei!

Pflanzentee gegen Blattlausinvasion

Ein Leckerbissen der besonderen Art sind für Blattläuse die frischen Triebe unserer Pflanzen, aus denen sie den Saft saugen. Sie produzieren daraus einen ,Honigtau’ genannten süßen Saft, den Ameisen sehr gerne mögen und von den Läusen ,abzapfen’. Die Ameisen ,pflegen’ daher die Läuse und beschützen sie oft gegen natürliche Fressfeinde, wie etwa Marienkäfer (oder deren Larven).

 Diese ,Zusammenarbeit’ von Ameisen und Blattläusen ist besonders gefährlich, weil dadurch kleinere Pflanzen innerhalb kürzester Zeit ruiniert werden können: Die Läuse entziehen der Pflanze aus den Trieben den Nahrungssaft und die durch den ,Honigtau’ angelockten Ameisen siedeln sich gerne an der Basis der befallenen Pflanzen an und durchziehen mit ihren Gängen den Wurzelbereich, wodurch die Pflanze auch von unten systematisch zerstört wird.

Wichtig ist es daher, jetzt zu Frühlingsbeginn, wenn das ,Gartenleben’ erwacht, ein Auge darauf zu haben, ob es irgendwo plötzlich neue ,Ameisenstraßen’ gibt und diese nachzuverfolgen, ob sie eventuell zu Pflanzen führen, an denen sich Blattlauspopulationen zu entwickeln beginnen.

Wenn dies zutrifft, ist es höchste Zeit für Gegenmaßnahmen!

Aber bitte nicht zur Giftdose greifen, sondern mit natürlichen pflanzlichen Mitteln die lästigen Parasiten vertreiben bzw. an der Vermehrung hindern: Das ,Zaubermittel’ dafür sind die ätherischen Öle unserer sehr oft im Garten vorhandenen Duftpflanzen, wie etwa Lavendel, Oregano, Thymian und Currykraut.

Diese Pflanzen müssen jetzt im Frühling ohnehin zurückgeschnitten werden, damit sie nicht verholzen und wir können aus den Abschnitten einen Pflanzentee oder einen kalten Pflanzenauszug machen, mit dem wir befallene Pflanzen und Ameisenstraßen besprühen.
Dadurch werden die Läuse inaktiviert und die Ameisen vertrieben, weil sie durch die Duftstoffe die Orientierung verlieren.

Tipp: Wer im Garten Brennesseln hat oder diese bei einer Wanderung pflücken möchte, kann auch diese zur Herstellung des Pflanzenauszuges dazugeben.

Rezept für den Pflanzentee:

  • 250 g Triebe, Stiele und Blätter von frischem Lavendel, Oregano, Thymian, Currykraut (eventuell dazu einige Brennesselstiele) mit
  • 2,5 Liter kochendem Wasser übergießen und zugedeckt etwa 24 Stunden ziehen lassen. Nach der halben Ziehzeit
  • 50 ml Rapsöl (Speiseöl) beigeben und gut durchrühren. Bis zum Ende der Ziehzeit alles noch mehrmals gut durchrühren.

Tipp: Zur Verstärkung der Wirkung kann man dem Absud auch 10 bis 15 Tropfen ätherisches Lavendelöl beimengen.

Den Pflanzentee zuletzt abseihen und mit einer Sprühflasche reichlich auf die betroffenen Pflanzenteile sprühen.

Hinweis: Vor dem Sprühen die Sprühflasche immer gut schütteln, damit alle Inhaltsstoffe gut vermengt sind.

Diese Behandlung der Pflanzen kann bei Bedarf im Tagesabstand mehrmals wiederholt werden. Sie ist für Mensch und Tier völlig ungiftig und unschädlich.

Meisen sind wichtige Helfer im Garten, wenn es darum geht, Ungeziefer zu eliminieren.

Nützlinge helfen mit

Marienkäfer sind übrigens regelrechte ,Blattlausjäger’ – sie fressen pro Tag bis zu 150 Läuse. Wer sie in seinem Garten hat, sollte froh darüber sein – im einschlägigen Handel welche zuzukaufen, ist aber nicht sinnvoll, da sie sich im Freiland rasch wieder ,verfliegen’.

Auch Vögel – allen voran Meisen – haben großen Appetit auf Läuse und anderes Ungeziefer und helfen so tatkräftig mit, diese Plagegeister zu reduzieren.
Ein Vogel-Nistkasten ist daher eine gute Investition …