Hurra, unsere Zistrosen blühen!

Eine traumhaft schöne ,Blütenwolke’ ist in unserem Garten über Nacht gleichsam ,explodiert’: Die herrlichen purpurfarbenen filigranen Blüten mit ihrem dezent-harzigen Duft zaubern ein wunderbares mediterranes Frühsommer-Gefühl in unseren entspannend-beruhigenden ,Duftraum’. Diese Blüten sind so zart, als ob sie aus Seidenpapier gemacht wären und erfreuen unsere Sinne leider immer nur für einen einzigen Tag. Wir können uns aber trotzdem freuen: Von nun an kommen aus den unzähligen Knospen jeden Tag viele neue Blüten – bis in den Sommer hinein …

Zistrosen sind Halbsträucher, die gerne in der prallen Sonne stehen und denen die Hitze ein würzig-herbes, für den Mittelmeerraum typisches Aroma entlockt. Diese aus Blättern und Blüten kommenden ätherischen Öle haben die Pflanze schon im Alten Griechenland zu einer vielfältig eingesetzten Heilpflanze gemacht. Die reichlich enthaltenen Polyphenole wirken antioxidativ und sollen entzündungshemmend sowie immunstärkend sein. Auch bei Hautproblemen und gegen Falten werden Cistrosen-Extrakte verwendet.

Psychische Wirkungen

Die aus der Pflanze extrahierten oder im Freien ,ausgedünsteten’ Duftstoffe der Zistrose haben eine markante psychische Wirkung – sie tragen zur Beruhigung bei Stress, Nervosität und Schlafstörungen bei, wirken Muskel entspannend und psychisch aufbauend. Aus diesem Grund sollten Zistrosen bei der Anlage eines ,funktionalen’ Duftbereiches im Garten fix eingeplant werden (siehe auch ,Wirkung eines Duftgartens‚).

Zistrosen-Blüten sind filigrane Schönheiten – dies ist
die Blüte einer Purpur-Zistrose, es gibt aber viele
verschiedene Varietäten, die meist rein weiß blühen.

Gärtnerische Daten:

Name: Zistrose – Cistus
Wuchs: aufrecht, dicht buschig wachsender Halbstrauch, wird etwa 70 cm hoch
Blüte: Mai bis Sommer – je nach Witterung; purpur oder weiß mit dunklem Basalfleck oder rein weiß – je nach Sorte, mittelintensiver harziger Duft
Standort / Boden: Sonne / durchlässiger, eher nährstoffarmer Boden ohne Torf
Wasserbedarf: mäßig, aber nicht ganz austrocknen lassen, weil dann die Blüte stoppt und sich die Blätter einrollen
Lebenszyklus: mehrjährig, im Garten ausgepflanzt winterhart bis etwa -12 Grad, Wurzelbereich vor dem Winter eventuell anhäufeln und obere Teile mit Reisig schützen
Giftigkeit: nein

 

Wenn Feuerwanzen ihren Frühlingsreigen tanzen

Erschreckt war ich vor vielen Jahren noch, als ich zum ersten Mal auf meinen Hibiskussträuchern eine Invasion von roten Käfern entdeckte. Heute weiß ich, dass diese Tiere keine Käfer, sondern Wanzen und völlig harmlos sind.

Die bei uns in Europa vorkommende ,Gemeine Feuerwanze’ (Pyrrhocoris apterus) ist meist 8 bis 12 mm groß, hat eine sehr auffällige schwarz-rote Färbung und ist wegen ihrer stark verkürzten Flügel flugunfähig.

Diese bei Gärtnern nicht besonders beliebten Tiere finden sich in größeren Ansammlungen am Boden unter Linden, Robinien und Malvengewächsen. Und oft ,marschieren’ sie auch im Frühling auf Ästen von Hibiskussträuchern, auf denen sich noch trockene Samenkapseln befinden.

 

Feuerwanzen ernähren sich hauptsächlich von Samen, fressen aber auch Schneckeneier.

Im Garten auch nützlich

Außer an Samen tun sie sich noch an toten Kleintieren und an der Brut von Insekten gütlich, fressen aber auch Schneckeneier – so gesehen sind sie im Garten sogar nützlich!
Also ein Grund mehr, sie einfach in Ruhe im April und Mai ihren ,Frühlingsreigen’ tanzen zu lassen.

Wer sie aber trotzdem partout nicht in seiner Nähe will, kann versuchen, sie mit natürlichen Mitteln zu vertreiben: Feuerwanzen orientieren sich stark an Duftstoffen und kommunizieren auch damit. Wenn man sie nun mit einem stark riechenden Pflanzenauszug (siehe auch meinen Beitrag ,Pflanzenauszug gegen Blattläuse’) besprüht und damit ihre eigene ,Duftaura’ stört, löst sich in vielen Fällen die Ansammlung auf.

Spielt euch heiter mit gelben Blüten

Ich mache es möglichst oft. Weil ich spüre, dass es mir gut tut: Das intensive Betrachten gelber Blüten stimmt mich auch an grauen Tagen heiter und optimistisch, es versetzt mich spontan in frühlingshafte Aufbruchstimmung. Selbst wenn es nur Bilder von Blumen sind …

Lebensfreude, Optimismus, Aktivität, Fröhlichkeit, Geselligkeit, Neugier, Entfaltung, Offenheit, Kreativität und vertrauensvolle Wärme – für all diese positiven Eigenschaften steht die Farbe Gelb.

Gerade jetzt im Frühling freuen wir uns über die ersten Blüten in der Natur, die sehr oft gelb sind und neues Wachstum und ,Neustart’ symbolisieren: Märzenbecher, Primeln, Winterlinge, Tulpen und Forsythien verwandeln unseren Garten in ein sonniges Blütenparadies, das uns gute Laune macht.

Deshalb dürfen auch in keinem Duftgarten, der aufbauend und animierend wirken soll, gelbe und gelb-orange Blüten fehlen – sie sind eine wertvolle Verstärkung der Wirkung von stärkenden und aufheiternden Duftpflanzen.

Übrigens regt die Farbe Gelb auch die Kommunikationsfreudigkeit an und erhöht die Konzentrationsfähigkeit. Damit ihr das auch spielerisch machen könnt, habe ich euch ein Memo-Spiel mit gelben Blüten zusammengestellt:

HIER

kommt ihr direkt zum Memo-Spiel – viel Spaß und Erfolg dabei!

Pflanzentee gegen Blattlausinvasion

Ein Leckerbissen der besonderen Art sind für Blattläuse die frischen Triebe unserer Pflanzen, aus denen sie den Saft saugen. Sie produzieren daraus einen ,Honigtau’ genannten süßen Saft, den Ameisen sehr gerne mögen und von den Läusen ,abzapfen’. Die Ameisen ,pflegen’ daher die Läuse und beschützen sie oft gegen natürliche Fressfeinde, wie etwa Marienkäfer (oder deren Larven).

 Diese ,Zusammenarbeit’ von Ameisen und Blattläusen ist besonders gefährlich, weil dadurch kleinere Pflanzen innerhalb kürzester Zeit ruiniert werden können: Die Läuse entziehen der Pflanze aus den Trieben den Nahrungssaft und die durch den ,Honigtau’ angelockten Ameisen siedeln sich gerne an der Basis der befallenen Pflanzen an und durchziehen mit ihren Gängen den Wurzelbereich, wodurch die Pflanze auch von unten systematisch zerstört wird.

Wichtig ist es daher, jetzt zu Frühlingsbeginn, wenn das ,Gartenleben’ erwacht, ein Auge darauf zu haben, ob es irgendwo plötzlich neue ,Ameisenstraßen’ gibt und diese nachzuverfolgen, ob sie eventuell zu Pflanzen führen, an denen sich Blattlauspopulationen zu entwickeln beginnen.

Wenn dies zutrifft, ist es höchste Zeit für Gegenmaßnahmen!

Aber bitte nicht zur Giftdose greifen, sondern mit natürlichen pflanzlichen Mitteln die lästigen Parasiten vertreiben bzw. an der Vermehrung hindern: Das ,Zaubermittel’ dafür sind die ätherischen Öle unserer sehr oft im Garten vorhandenen Duftpflanzen, wie etwa Lavendel, Oregano, Thymian und Currykraut.

Diese Pflanzen müssen jetzt im Frühling ohnehin zurückgeschnitten werden, damit sie nicht verholzen und wir können aus den Abschnitten einen Pflanzentee oder einen kalten Pflanzenauszug machen, mit dem wir befallene Pflanzen und Ameisenstraßen besprühen.
Dadurch werden die Läuse inaktiviert und die Ameisen vertrieben, weil sie durch die Duftstoffe die Orientierung verlieren.

Tipp: Wer im Garten Brennesseln hat oder diese bei einer Wanderung pflücken möchte, kann auch diese zur Herstellung des Pflanzenauszuges dazugeben.

Rezept für den Pflanzentee:

  • 250 g Triebe, Stiele und Blätter von frischem Lavendel, Oregano, Thymian, Currykraut (eventuell dazu einige Brennesselstiele) mit
  • 2,5 Liter kochendem Wasser übergießen und zugedeckt etwa 24 Stunden ziehen lassen. Nach der halben Ziehzeit
  • 50 ml Rapsöl (Speiseöl) beigeben und gut durchrühren. Bis zum Ende der Ziehzeit alles noch mehrmals gut durchrühren.

Tipp: Zur Verstärkung der Wirkung kann man dem Absud auch 10 bis 15 Tropfen ätherisches Lavendelöl beimengen.

Den Pflanzentee zuletzt abseihen und mit einer Sprühflasche reichlich auf die betroffenen Pflanzenteile sprühen.

Hinweis: Vor dem Sprühen die Sprühflasche immer gut schütteln, damit alle Inhaltsstoffe gut vermengt sind.

Diese Behandlung der Pflanzen kann bei Bedarf im Tagesabstand mehrmals wiederholt werden. Sie ist für Mensch und Tier völlig ungiftig und unschädlich.

Meisen sind wichtige Helfer im Garten, wenn es darum geht, Ungeziefer zu eliminieren.

Nützlinge helfen mit

Marienkäfer sind übrigens regelrechte ,Blattlausjäger’ – sie fressen pro Tag bis zu 150 Läuse. Wer sie in seinem Garten hat, sollte froh darüber sein – im einschlägigen Handel welche zuzukaufen, ist aber nicht sinnvoll, da sie sich im Freiland rasch wieder ,verfliegen’.

Auch Vögel – allen voran Meisen – haben großen Appetit auf Läuse und anderes Ungeziefer und helfen so tatkräftig mit, diese Plagegeister zu reduzieren.
Ein Vogel-Nistkasten ist daher eine gute Investition …

Der Duft des Wassers

Gestern hat mich der Duft des Wassers durchpulst. Es geschah ganz plötzlich und unvermutet. Es war der Moment, als ein kleiner Schwall Gießwasser auf dem ausgetrockneten Gartenboden auftraf und dort ein Potpourri von Aromen erzeugte, das sich spontan in meiner Nase entfaltete. Es war beglückend zu erleben, wie ein wenig Wasser den ausgedörrten Boden zum Leben erweckte und die Erde aufatmete …

Reines Wasser ist ja geschmack- und geruchlos. Aber sobald es mit der Umwelt – Erde, Gestein, Holz oder Pflanzen – in Berührung kommt, vermag es daraus viele Stoffe zu ,lösen’, die wir dann als in die Luft aufsteigende ,Düfte’ wahrnehmen.

Ganz deutlich erleben wir das, wenn wir nach einem Sommer-Regen in den Garten oder in den Wald gehen und der Boden ,dampft’ und dabei vielerlei Aromen freisetzt: Wir können dann den Duft von Gras, Moos oder Pilzen zum Teil sehr intensiv wahrnehmen. Oder im Herbst, wenn die Blätter gefallen sind, und es etwas geregnet hat, dann nehmen wir den typischen ,Modergeruch’ wahr.

Aber auch aus unseren Duftpflanzen werden durch Wasser Geruchsmoleküle freigesetzt, wenngleich viele der ätherischen Öle in den Duftpflanzen überwiegend fettlöslich sind …

Auf diese Weise kann man im Garten und im Wald mit Hilfe des Wassers, das Aromastoffe aus der Umgebung ,herauslöst’, im wahrsten Sinne des Wortes ein Duftbad nehmen, wobei die Aromastoffe der Pflanzen viele positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit und auf unser Wohlbefinden haben können: Ein Duftgarten mit bunt blühenden und duftenden Pflanzen ist nicht nur schön, sondern kann uns auch beruhigen, aufheitern oder anregend wirken.

Düfte mit Wasser einfangen

Manche dieser ,duftenden’ Stoffe kann man mit Wasser quasi auch ,einfangen’: Wenn man zum Beispiel einen Zweig Minze oder Zitronenmelisse in einem Glas mit Wasser ,ziehen’ lässt, bekommt das Wasser selbst auch den Geruch und Geschmack von Minze oder Zitronenmelisse und ergibt ein herrlich erfrischendes und ,belebendes’ Getränk.