Maiglöckchen für Mutterglück

Das Maiglöckchen ist nicht nur einer der beliebtesten Frühlingsboten, sondern soll durch seinen intensiven süß-einschmeichelnden Duft auch besondere Wirkungen als ,Muttertagsblume‘ haben: Der international bekannte Duftforscher Prof. Dr. Hanns Hatt hat in seinem Labor der Universität Bochum herausgefunden, dass menschliche Spermien durch den Maiglöckchen-Duftstoff Bourgenonal auf dem Weg zur Befruchtung der weiblichen Eizelle beeinflusst und ,gelenkt‘ werden. Wie dies genau funktioniert, konnte bis dato nicht medizinisch einwandfrei geklärt werden, die Studie, die als ,Maiglöckchen-Phänomen‘ publiziert wurde, ist daher wissenschaftlich umstritten.

Nicht umstritten ist, dass der typische Maiglöckchen-Duft durch seine einschmeichelnd-erotisierende Ausprägung einen hohen Stellenwert im Bereich der menschlichen Beziehungen hat und in vielen Fällen dazu beiträgt, dass einander Männer und Frauen näher kommen und der Duft damit zumindest auf diese Weise zum Mutterglück beiträgt …

Der Astronom und Arzt Nikolaus Kopernikus ließ sich
gerne mit Maiglöckchen als Heilkunde-Symbol abbilden.

Das Maiglöckchen ist eine seit dem Mittelalter bekannte Heilpflanze, es wurde vor allem bei der Behandlung von Herzkrankheiten angewendet. Es wurde sogar zum Symbol für die Heilkunde – der berühmte preußische Astronom und Arzt Nikolaus Kopernikus ließ sich gerne mit dieser ,Medizin-Blume‘ abbilden. Die pharmazeutische Industrie verwendet die Inhaltsstoffe dieser Pflanze auch heute noch für die Herstellung verschiedener Medikamente, vor einer ,Eigenbehandlung‘ muss allerdings dringend gewarnt werden, weil alle Teile des Maiglöckchens für Mensch und Tier hochgiftig sind!

Dieses lieblich-harmlos aussehende Blümchen, das bei uns vor allem an Waldrändern und auf halbschattigen Wiesen wächst, wurde wegen seiner Gefährlichkeit sogar 2014 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.
Aus diesem Grund sollte man Kinder von dieser Pflanze – auch von deren auffälligen roten Beeren, die sie ab Juli bilden und die Vögeln als begehrte Nahrung dienen – fernhalten. Wenngleich ja vielleicht gerade Maiglöckchen dazu beigetragen haben, dass …

Noch etwas: Im Frühling, wenn sich viele Menschen auf Bärlauch-Pirsch begeben, kommt es immer wieder zu Vergiftungen, weil Bärlauch- mit Maiglöckchen-Blättern verwechselt werden. Wichtiger Hinweis daher: Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal ist der charakteristische Knoblauchgeruch des Bärlauchblattes, wenn man es zwischen den Fingern zerreibt – das Maiglöckchenblatt dagegen hat diesen Geruch nicht.

 

Gärtnerische Daten:

Name: Maiglöckchen – Convallaria majalis
Wuchs: flächig ausläuferbildend, 25 bis 25 cm hoch
Blüte: Mai-Juni, weiß, 5-10 breitglockige Blüten pro Stängel
Standort/Boden: Halbschatten /frischer, eher saurer Boden
Lebenszyklus: mehrjährig, gut winterhart, auch für Topfpflanzung geeignet

Duftveilchen

Lateinischer Name: Viola odorata

Das kleine, fast unscheinbar-,schüchtern‘ blühende, ,wilde‘ Veilchen hat in der Geschichte der zwischenmenschlichen Beziehungen lange Tradition: Schon die alten Griechen schätzten den fruchtigen Duft der violetten Blüten und legten ,Veilchenteppiche‘ in Liebesgärten an, im späten Mittelalter gab es in Wien Veilchenfeste und bis heute werden Veilchendüfte für aphrodisierende Parfums verwendet.

Das kleine Blümchen mit dem markant-lieblichen Duft wächst vor allem an Waldrändern und auf Wiesen im Halbschatten und blüht in der Zeit von März bis April, manchmal auch nochmals im Herbst. Die Blüten sind essbar, schmecken nussig und werden für Kuchen- und Dessertdekorationen verwendet.

Eine spezifische ,medizinische‘ Duftwirkung ist nicht nachgewiesen, dem Blümchen wird – vermutlich auch in Verbindung mit der violetten Blütenfarbe – eine harmonisierende Wirkung nachgesagt.

Liebesgarten mit Veilchenteppich

Der unvergleichlich einschmeichelnde Duft hat mich schon als kleiner Bub magisch angezogen, wenn ich um die Osterzeit bei meiner Mutter im Garten ,Blumi’ pflücken durfte. Da ich wie jedes kleine Kind alles in den Mund gesteckt und auch so eine kleine violette Blüte ,gekostet‘ habe, war ich von dem angenehm fruchtig-nussigen Geschmack fasziniert. Und das war der Beginn einer großen Liebe für eine kleine Blume …

Diese Liebe zu den Veilchen ist mir bis heute geblieben und sie sind für mich untrennbar mit dem Duft des Frühlings verbunden.

Mit dieser Liebe zu den violetten Blümchen bin ich jedoch nicht allein – schon die alten Griechen verehrten es und machten es zur ,Blume der Liebe’. Sie besaßen sogar eigene ,Veilchengärten’ als ,Liebesgärten’.

Als einer der ersten Frühlingsboten wurde am Wiener Hof schon um 1200 das erste Veilchen mit einem rauschenden Fest gefeiert.

Napoleon und vor allem seine Frau Josephine waren glühende Veilchenliebhaber. Der Feldherr legte sich, als er nach Elba verbannt wurde, sogar den Decknamen ,Corporal Violette’ zu und wurde seitdem auch ,Veilchenoffizier’ genannt.

Kaiserin Sisi hatte ebenfalls eine besondere Beziehung zum Veilchen: Während ihrer zahlreichen Diäten gönnte sie sich oft nur Orangen mit Veilchensorbet, gekrönt von einigen kandierten Veilchen.

Und die berühmte Schauspielerin Marlene Dietrich soll von einem berühmten Berliner Parfumeur eine spezielle Duftmischung ,Reines Veilchen’ bezogen haben.

Die Extraktion des Blütenaromas ist übrigens überaus aufwändig und unergiebig (etwa 1000 kg Veilchenblüten für 30 g Veilchenextrakt), daher wird Veilchenduft für die Parfumherstellung heute hauptsächlich aus Iriswurzeln gewonnen oder synthetisch hergestellt.

A propos Aroma: Wer im Garten genug Bio-Veilchen hat, kann einen milden Essig damit aromatisieren: Einige Hände voll frischer Blüten in einer gut verschlossenen Flasche einige Wochen an einem dunklen Ort im Essig ziehen lassen. Gibt Salaten ein köstliches Duft-Aroma!

Von den violetten Duftveilchen gibt es für den Garten inzwischen schon Dutzende verschiedene Züchtungen mit allen erdenklichen Blütenfarben und Wuchsgrößen.

Mir persönlich ist jedoch das ,gewöhnliche’ kleine violette Duftveilchen am liebsten und ich liebe es in meinem Garten an einigen schattigen Plätzen, wo es sich als immergrüner Bodendecker munter ausbreitet, genauso wie als Einzelpflänzchen in meiner Blumenwiese.


Gärtnerische Daten:

Name: Duftveilchen – Viola odorata
Wuchs: flächig ausläuferbildend, 5 bis 15 cm hoch
Blüte: März-April, teilweise auch im Herbst, klein, blauviolett
Standort/Boden: Halbschatten /lehmig, sandig, humusreich
Lebenszyklus: mehrjährig, immergrün, gut winterhart
 

Spieltipp:

Fürs Training der ,kleinen grauen Zellen’ ist ein Puzzle ideal – es fordert das optische Vorstellungsvermögen und die Reaktionsschnelligkeit, da es dabei gilt, die Teile in einer vorgegebenen Zeit richtig zusammenzusetzen. Wir wünschen dir viel Spaß bei diesem spielerischen Gehirntraining. Einfach auf das Foto unten klicken: