Der unvergleichlich einschmeichelnde Duft hat mich schon als kleiner Bub magisch angezogen, wenn ich um die Osterzeit bei meiner Mutter im Garten ,Blumi’ pflücken durfte. Da ich wie jedes kleine Kind alles in den Mund gesteckt und auch so eine kleine violette Blüte ,gekostet‘ habe, war ich von dem angenehm fruchtig-nussigen Geschmack fasziniert. Und das war der Beginn einer großen Liebe für eine kleine Blume …
Diese Liebe zu den Veilchen ist mir bis heute geblieben und sie sind für mich untrennbar mit dem Duft des Frühlings verbunden.
Mit dieser Liebe zu den violetten Blümchen bin ich jedoch nicht allein – schon die alten Griechen verehrten es und machten es zur ,Blume der Liebe’. Sie besaßen sogar eigene ,Veilchengärten’ als ,Liebesgärten’.
Als einer der ersten Frühlingsboten wurde am Wiener Hof schon um 1200 das erste Veilchen mit einem rauschenden Fest gefeiert.
Napoleon und vor allem seine Frau Josephine waren glühende Veilchenliebhaber. Der Feldherr legte sich, als er nach Elba verbannt wurde, sogar den Decknamen ,Corporal Violette’ zu und wurde seitdem auch ,Veilchenoffizier’ genannt.
Kaiserin Sisi hatte ebenfalls eine besondere Beziehung zum Veilchen: Während ihrer zahlreichen Diäten gönnte sie sich oft nur Orangen mit Veilchensorbet, gekrönt von einigen kandierten Veilchen.
Und die berühmte Schauspielerin Marlene Dietrich soll von einem berühmten Berliner Parfumeur eine spezielle Duftmischung ,Reines Veilchen’ bezogen haben.
Die Extraktion des Blütenaromas ist übrigens überaus aufwändig und unergiebig (etwa 1000 kg Veilchenblüten für 30 g Veilchenextrakt), daher wird Veilchenduft für die Parfumherstellung heute hauptsächlich aus Iriswurzeln gewonnen oder synthetisch hergestellt.
A propos Aroma: Wer im Garten genug Bio-Veilchen hat, kann einen milden Essig damit aromatisieren: Einige Hände voll frischer Blüten in einer gut verschlossenen Flasche einige Wochen an einem dunklen Ort im Essig ziehen lassen. Gibt Salaten ein köstliches Duft-Aroma!
Von den violetten Duftveilchen gibt es für den Garten inzwischen schon Dutzende verschiedene Züchtungen mit allen erdenklichen Blütenfarben und Wuchsgrößen.
Mir persönlich ist jedoch das ,gewöhnliche’ kleine violette Duftveilchen am liebsten und ich liebe es in meinem Garten an einigen schattigen Plätzen, wo es sich als immergrüner Bodendecker munter ausbreitet, genauso wie als Einzelpflänzchen in meiner Blumenwiese.
Gärtnerische Daten:
Name: Duftveilchen – Viola odorata
Wuchs: flächig ausläuferbildend, 5 bis 15 cm hoch
Blüte: März-April, teilweise auch im Herbst, klein, blauviolett
Standort/Boden: Halbschatten /lehmig, sandig, humusreich
Lebenszyklus: mehrjährig, immergrün, gut winterhart
Spieltipp:
Fürs Training der ,kleinen grauen Zellen’ ist ein Puzzle ideal – es fordert das optische Vorstellungsvermögen und die Reaktionsschnelligkeit, da es dabei gilt, die Teile in einer vorgegebenen Zeit richtig zusammenzusetzen. Wir wünschen dir viel Spaß bei diesem spielerischen Gehirntraining. Einfach auf das Foto unten klicken:



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