Frisches Grün für den Eistee

Dieses Fest hatte Tradition: Am ersten Wochenende der Sommerferien wurde im Garten meiner Freundin gefeiert. Die Eltern grillten und meine Freundin und ich mixten köstlich-kühle Eistees …

Von Jahr zu Jahr wurden wir mutiger bei der Auswahl der Zutaten und kreativer bei der Kombination. Und so lernte ich eines Tages die mir damals noch völlig unbekannte Zitronenverbene kennen, die die Mutter meiner Freundin in einem Topf gezogen hatte.

,Louisenkraut‘ aus Südamerika

Zitronenverbene (Aloysia citrodora) – nach der Ehefrau des spanischen Königs Karl IV auch ‚Louisenkraut‘ genannt – stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde Ende des 18. Jahrhunderts von spanischen Seefahrern nach Europa gebracht.

 

Zitronenverbene liebt die Sonne und Wärme und muss in unseren Breiten an einem frostgeschützen Ort überwintern.

Liebt die Sonne

Zitronenverbene zählt zur Familie der Eisenkrautgewächse, ist frostempfindlich und wird deshalb am besten in einem Topf (so kann man sie zum Überwintern in den Keller stellen) mit durchlässiger Erde kultiviert. Zitronenverbene liebt die Sonne und fühlt sich am wohlsten an einem warmen, geschützten Platz an der Hauswand.

Die Blätter duften und schmecken – vor allem, wenn man sie zerreibt – intensiv nach Zitrone,
ihre Inhaltsstoffe sollen beruhigend wirken, aber gleichzeitig den Stoffwechsel anregen.

Limoncello für den speziellen ,Kick‘

Angeregt waren wir durch das neue frische ,Grün‘ auch bei der Kreation unseres neuen Eistees, den wir so zubereiteten:
Wasser aufkochen und Schwarztee nur kurz darin ziehen lassen. Braunen Rohrzucker im Tee auflösen, einige Blätter Zitronenverbene, Zitronensaft, Zitronenscheiben und ein Stück Zitronenschale (unbehandelt) dazugeben und einige Stunden kalt stellen. Gut gekühlt mit Eiswürfeln in Gläser füllen.
Den speziellen ,Kick‘ bekam unser Eistee dann übrigens noch durch einen heimlich beigefügten kräftigen Schuss Limoncello …

Zitronenmelisse für das Herz …

Einer unserer ,Dauerbrenner‘ war Früchte-Eistee mit Zitronenmelisse, den wir jedes Jahr etwas abwandelten, aber Fixpunkt war dabei immer Melisse (Melissa officinalis).
Sie stammt ursprünglich aus dem Orient und wurde seit dem Mittelalter vor allem wegen ihrer Heilkraft in allen Klostergärten angepflanzt. So galt sie als ,beste Pflanze für das Herz‘ und als nervenstärkend.

 

Zitronenmelisse ist winterhart und wächst am besten an einem sonnigen Standort mit durchlässigem Boden. Ihre Blätter duften angenehm frisch nach Zitrone.

… und für den Tee

Dieses spezielle Zitronenaroma liebe ich auch heute noch in einem selbst zubereiteten Eistee:
Dafür Früchtetee (z.B. Beeren- oder Granatapfeltee) etwas süßen, Zitronenmelisse und Zitronensaft dazugeben und kalt stellen.

Wir haben den Tee damals zusätzlich noch mit einigen frischen Früchten (z.B. Ananasstücken oder Melonenkugeln) ,aufgepeppt‘.
Und ich kann mir auch vorstellen, dass ein Stamperl Cointreau oder Grand Marnier hervorragend dazu passt …

 

 

Richtig gießen: Dusche oder Badewanne?

Nemecek gegen Wondracek – das war Brutalität. Richtig gießen: Darüber konnten sich die zwei betagten Nachbarinnen des Vorstadtzinshauses lautstark in die Haare kriegen.

Während die eine darauf schwor, dass man die Rosenstöcke im kleinen gemeinsamen Garten des Hauses nur von ,unten‘ gießen dürfe, brachte die andere ihre Meinung, dass ja auch Regen von ,oben‘ käme und deshalb diese Art des Bewässerns für fast alle Pflanzen die einzig richtige sei, lautstark zum Ausdruck.

Hauptaufgabe Gießen

Gießen gehört zu einer der wichtigsten Aufgaben im Garten, da Wasser außer einem nährstoffreichen Boden und Sonne zu den Grundbedürfnissen von Pflanzen zählt.
Wie man am besten gießt und wie oft – darüber gibt es unter Gartenbesitzern auch heute noch immer wieder Diskussionen.

Die Häufigkeit des Gießens hängt in erster Linie vom Wetter (regnet es häufig oder herrscht Trockenheit), Jahreszeit, Temperatur, Beschaffenheit des Bodens, Sonneneinstrahlung und Pflanzenart ab. Bei Topfpflanzen ist außerdem noch die Größe des Topfes ausschlaggebend für die benötigte Wassermenge. Denn ein kleiner Topf erwärmt sich schneller als ein großer und dadurch ist auch die Verdunstung höher.
Und auch das Material des Topfes hat große Bedeutung: Aus Terracotta-Töpfen, die unglasiert sind, verdunstet mehr Wasser als von glasierten Töpfen oder Kunststoff-Gefäßen.

 

Aus unglasierten Terracotta-Töpfen verdunstet viel Wasser (man kann dies sehr gut an den weißen Flecken sehen, die sich aus den Kalkrückständen des Gießwassers bilden).

Topfpflanzen öfter gießen als Beetpflanzen

Generell kann man sagen, dass Topfpflanzen öfter als Beetpflanzen gegossen werden müssen, da sie nur einen kleinen Raum ,durchwurzeln‘ und dadurch Wasser aufnehmen können.

Wasseraufnahme über die Wurzel

Und hier sind wir beim eingangs erwähnten Streitpunkt:
Die Wasseraufnahme erfolgt bei fast allen Pflanzen über die Wurzel. Gegossen wird deshalb am besten, indem man das Wasser gleichmäßig am Wurzelstock der Pflanze verteilt und dadurch den gesamten Wurzelballen wässert – also von ,unten‘ gießt. Werden Pflanzen von ,oben‘ gegossen, kann die Feuchtigkeit auf den Blättern Pilzerkrankungen hervorrufen. Im Zweifelsfall gilt daher: Keine ,Dusche‘.
Besonders für Duftpflanzen gilt: Nach Möglichkeit nie von oben mit Sprinklern (Beregnungsgeräten) gießen (siehe Bild ganz oben), da dadurch ein Großteil des Duftes und der Blütenpracht verloren gehen!

So mögen es die meisten Pflanzen: Bewässerung an der Wurzel – egal, ob mit Gießkanne, Schlauch oder Bewässerungsanlage.
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Früh am Morgen gießen

Am besten gießt man in den frühen Morgenstunden. In der Früh ist es kühler als tagsüber und die Verdunstung geringer. Beim Gießen in der prallen Sonne können außerdem durch Wassertropfen, die auf die Blätter gelangen, die Blätter ,verbrennen‘, da die Wassertropfen wie ,Brenngläser‘ wirken. Und durch Gießen in den Abendstunden können eine eventuelle Schneckenplage und auch Pilzbefall (wie z.B. ,Rosenrost’ oder ,Sternrußtau’) begünstigt werden.

Nicht täglich, aber intensiv

Als Faustregel gilt auch: Je größer und dünner die Blätter einer Pflanze, umso höher der Wasserbedarf.
Gießen sollte man nicht täglich, dann aber intensiv: Das Wasser soll möglichst tief in den Boden eindringen und auf diese Weise eine ,Badewannenwirkung‘ erreicht werden. Die Pflanzen werden auf diese Weise dazu ,erzogen‘, tiefer zu wurzeln und sich über mehrere Tage hinweg das benötigte Wasser aus der ,Feuchtwanne‘ zu holen. Sie können sich so auch bei Hitzeperioden besser mit Wasser versorgen.
Gießt man nämlich täglich, aber nur wenig, verdunstet viel Gießwasser und die Pflanzen wurzeln nur oberflächlich und können bald keine Feuchtigkeit mehr aus der ausgetrockneten Bodenoberfläche holen.
Allerdings müssen frisch eingesetzte Pflanzen, die noch über kurze Wurzeln verfügen, häufiger gegossen werden – bis sie sich richtig ,eingewurzelt‘ haben und kräftig genug sind, sich das Wasser aus tieferen Erdschichten zu holen.

Achtung vor Staunässe!

Wichtig bei Pflanztöpfen ist, dass sie intakte Abflusslöcher haben, aus denen überschüssiges Wasser abrinnen kann. Daher sollte man – bis auf wenige Ausnahmen – keine Untersetzer verwenden, in denen Wasser steht, da dies zu Staunässe und eventuell zu Wurzelfäule führen kann. Besser sind Untersetzer-Platten, von denen überschüssiges Gieß- oder Regenwasser abrinnen kann. Eine der wenigen Ausnahmen von dieser Regel sind Oleander, die gerne ,nasse Füße‘ haben …

 

 

Auf dein Wohl, Ernest …

Ich spüre die karibische Sonne auf der Haut, heißen Sand unter den Füßen und höre das Rauschen des Meeres. In meiner Hand ein kühles Glas. Langsam öffne ich die Augen …

… und sehe von meiner Terrasse aus, wie sich in meinem Garten zwei Eichhörnchen ein Wettrennen liefern und der Nachbar den Rasenmäher in die Poleposition zum Mähen bringt. Die Realität hat mich wieder. Aber das Glas in meiner Hand kühlt mich tatsächlich und der Drink darin verzaubert mich immer wieder. Der Drink: herrlich erfrischender Mojito (= kleiner Zauber), mit Hemingway-Minze gemixt. Man kann aber auch andere Minzblätter verwenden, die nicht zu viel Menthol enthalten, weil zu viel Menthol die Geschmacksnerven betäubt.

 

Hemingway für Mojito

Mojito- oder Hemingway-Minze (Mentha species nemorosa) ist die perfekte Zutat für den berühmten kubanischen Cocktail, da sie sehr aromatisch ist und weniger Menthol enthält als andere Minzearten. Dadurch schmeckt der Drink, den sich der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway (1899-1961) angeblich täglich gönnte, besonders frisch und spritzig. Und noch heute wird der Mojito in Hemingways Stammbar ,Floridita’ in Havanna auf Kuba und in ,Sloppy Joe’s Bar’ in Key West (Florida/USA) so serviert.

 

Hemingway-Minze wächst gut im Beet oder im Topf an einem sonnigen Standort mit feuchtem Boden. Sie ist winterhart und blüht im Hochsommer weiß oder zartrosa. Die Blätter können ganzjährig geerntet werden.

 

So mixe ich meinen Mojito

Für 1 Glas eine Limette (unbehandelt) waschen, der Länge nach vierteln und die Spalten in kleine Stücke schneiden. 1-2 Kaffeelöffel Rohrzucker beifügen und die Limettenstücke mit dem Stößel eines kleinen Mörsers oder mit dem Rücken eines Kaffeelöffels zerdrücken.
6-7 große Blätter Mojitominze klein schneiden, dazugeben und alles weiter zerdrücken, damit die ätherischen Öle der Minze frei gegeben werden.
6 cl weißen kubanischen Rum (Havana Club) dazugießen, 3-4 Eiswürfel dazugeben, alles gut verrühren und mit einem Schuss Sodawasser aufspritzen. Zum Schluss 1-2 Blätter Mojito-Minze als Deko und einen Trinkhalm ins Glas stecken.

Und jetzt mache ich es mir mit einem guten Buch auf meiner Terrasse gemütlich und trinke auf dein Wohl, Ernest …

 

Duftkräuter für die Sommerküche

Immer werden mir die herrlich flaumigen Gnocchi, übergossen mit duftender Salbeibutter, in Erinnerung bleiben, die ,Mamma Grillo’ in ihrer Strandbar zu Mittag servierte.

Mein italienischer Studienkollege Carlo hatte mich gegen Ende unseres Studiums eingeladen, einige Tage unserer Sommerferien in seiner Heimat, den ,Marken’, am Meer zu verbringen.
,Mamma Grillo’ – so genannt nach ihrem Lokal ,Il Grillo’ – war in dem kleinen Ort, in dem die Zeit stehen geblieben schien, berühmt für ihre Kochkünste.

 

Kochen ist keine Hexerei

Darauf angesprochen, erwiderte sie meist nur: „Kochen ist keine Hexerei, man muss nur für jede Speise das richtige Kraut verwenden.“
Und schon brachte sie als ,Secondo’ einen wunderbar zarten Schweinsbraten, mit würzigem, herrlich duftendem Rosmarin oder knusprig gebratenes Huhn mit Oliven und ebenfalls sehr aromatischem Rosmarin zum Tisch.

,Mamma Grillo’ war der Meinung, dass man gar nicht schlecht kochen konnte, wenn man einen kleinen Garten vor der Tür hatte, in dem Basilikum, Thymian, Minze, Melisse, Salbei, Rosmarin und Lavendel wuchsen.

Kräuter möglichst in Küchennähe

Natürlich hatte sie recht. Ich weiß aus eigener Erfahrung: Je näher die Kräuter zur Küche, umso häufiger verwendet man sie. Ein Grund mehr, Küchenkräuter am Balkon oder auf der Terrasse zu ziehen, wo sie meist ausgezeichnet gedeihen.

Am besten umtopfen

Und so kann man Kräuter möglichst lang genießen: Im Topf gekaufte Kräuter am besten gleich umtopfen und dabei darauf achten, dass der neue Topf etwas größer ist, damit die Pflanze genügend Platz zum Wachsen hat. Außerdem sollte ein Loch im Topfboden sein, damit überschüssiges Wasser abfließen kann, denn Kräuter mögen keine Staunässe.

Beim Umtopfen die Pflanze vorsichtig aus dem Töpfchen lösen, den Wurzelballen unten etwas auseinanderreißen, etwa ein Viertel der Erde entfernen, den neuen Topf mit etwas Pflanz- oder Kräutererde befüllen, die Kräuter so tief hineinsetzen, dass noch etwa 2 cm Gießrand bleiben und rundum mit der Erde auffüllen. Erde etwas andrücken und Pflanze gleich kräftig gießen. 

Vorsicht beim Gießen

Mediterrane Duftpflanzen und Kräuter, wie Lavendel, Rosmarin und Salbei, lieben die Sonne und benötigen nicht täglich Wasser. In weiterer Folge daher am besten mit den Fingern testen, ob die Erde im Topf trocken ist und erst dann gießen.

 

Basilikum und Minze sind keine ,freundlichen’ Nachbarn.

Und da nicht jedes Duftkraut gleich viel Wasser benötigt, unterschiedliche Kräuter nicht zusammen in einen Topf setzen.
So verträgt sich z.B. Minze nicht gut mit Basilikum. Grundsätzlich geht man überhaupt davon aus, dass man einjährige und mehrjährige Kräuter nicht in einem Gefäß kultivieren soll.

Da fällt mir wieder die einzigartige ,Mamma Grillo’ ein, die für ihre legendären ,Dolce’ herrlich duftende Lavendelblüten verwendete und keine Diskussion zuließ, ob man vor dem Espresso noch ein ,Dolce’ bestellte. Man hatte lediglich die Wahl zwischen ihrem Marillenkuchen mit Lavendelblüten und dem sanft auf der Zunge schmelzenden Lavendeleis …

 

Duftende ,Beetmauer‘ gegen Schnecken

Meine Freundin Monika haben sie fast in den Wahnsinn getrieben: Schnecken! Sie kamen in Scharen und haben ihre liebevoll angelegten Blumen- und Gemüsebeete leergefressen.

Monika hat versucht, mit bekannten Hausmitteln, wie Kaffeesud und Eierschalen, der Schneckenplage Herr zu werden. Der Erfolg war allerdings nur mäßig.

Aber dann gab ihr eine alte Bäuerin in der Steiermark den entscheidenden Rat.

 

Mediterrane Duftpflanzen

Ganz im Gegensatz zu uns Menschen, mögen Schnecken mediterrane Duftpflanzen und Kräuter, wie Lavendel, Rosmarin und Thymian, gar nicht.

 

Thymian blüht und duftet herrlich und hilft gegen
die Nacktschnecken-Invasion.

Monika hat daraufhin Thymian und Rosmarin ringförmig als duftende ,Beetmauer‘ um ihren Salat und ihr Gemüse gepflanzt und – siehe da – die Schnecken pflegten plötzlich ein distanziertes Verhältnis zu ihren Pflanzen.

Hausmittel Minze

Da das Frühjahr heuer besonders feucht und regnerisch ist – Wetterbedingungen, die Schnecken lieben – will Monika in den kommenden Wochen zusätzlich noch ein altes Hausmittel gegen Schnecken erproben: Sie wird getrocknete Minzeblätter rund um ihr Salatbeet streuen.

Natürliche ,Feinde‘ von Wegschnecken: Igel …

Tierische ,Schneckenjäger‘

Ich persönlich habe in meinem Garten zum Glück keine große Schneckenplage. Möglicherweise deshalb, weil sich tierische ,Schneckenjäger‘, wie Igel und Spitzmaus, in meinem Garten mit kleinen Laubhaufen und etwas Totholz, in denen sie Unterschlupf finden, besonders wohl fühlen.

… und vielleicht auch duftende Ringelblumen.

Vielleicht hängt es aber auch ein wenig damit zusammen, dass ich jedes Jahr Ringelblumen aussäe, weil mir die herrlich orangen Blüten so gut gefallen, an denen sich auch die Bienen erfreuen und deren Duft angeblich die Schnecken meiden …

Außerdem gieße ich nicht abends, sondern in den Morgenstunden. So trocknet die Oberfläche des Rasens und der Beete tagsüber ab. Machen sich die Schnecken in der Abenddämmerung dann auf den Weg, wird ihnen die Fortbewegeng durch den trockenen Boden erschwert.

Mittlerweile kann Monika schon fast wieder lachen, wenn sie an die Schneckenplage der vergangenen Jahre denkt, als sie diese schleimigen Quälgeister bis in ihre Träume verfolgt haben.