Duft statt Dessert

Rechtzeitig vor Beginn der Bikini-Saison will ich noch etwas für meine Figur tun. Deshalb ist in den nächsten zwei Wochen das Dessert gestrichen. Stattdessen werde ich regelmäßig und intensiv an meiner Pflanzen-Neuerwerbung, einer herrlich dunkelrot-schwärzlich blühenden Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus), riechen.

Zartbitter-Schokolade

Der Geruch ihrer nach Zartbitter-Schokolade duftenden Blüten ersetzt für die nächste Zeit die von mir heiß geliebte ,Mousse au chocolat‘ als Sonntagsdessert.

Die ursprünglich aus Mexiko stammende Schokoladen-Kosmee wird 40-60 cm hoch, liebt einen sonnigen Standort mit durchlässigem Boden, blüht – je nach Witterung – von Juni bis Oktober und begnügt sich mit wenig Wasser.

Schmetterlinge & Bienen

Ihr süßer Duft entfaltet sich ganz besonders in den Nachmittagsstunden heißer Sommertage und lockt nicht nur mich, sondern auch zahlreiche Bienen und Schmetterlinge an.

Manchmal wird die Schokoladen-Kosmee mit der ,echten Schokoladenblume‘ (Berlandiera lyrata) verwechselt, die gelbe Blüten hat und deren Duft an Vollmilchschokolade erinnert. Sie zählt ebenfalls zur Familie der Korbblütler, ist allerdings in Mitteleuropa wenig verbreitet.

Terrasse & Balkon

Nächstes Jahr werde ich – so mein Plan – zusätzlich eine Schokoladen-Kosmee im Tontopf auf meiner Terrasse ziehen. Dann kann ich vor dem Schlafengehen als ,Betthupferl‘ noch schnell an meiner ,süßen‘ Blume mit der Nase ,naschen‘ und komme nicht in Versuchung, meine Hand in die Pralinenschachtel zu stecken.
Und außerdem soll die Schokoladen-Kosmee nicht nur im Beet, sondern auch als Kübelpflanze ,eine gute Figur‘ machen. Und die ,bella figura‘ habe ich dann hoffentlich mit ihr gemeinsam …

 

Gärtnerische Daten:

Name: Schokoladen-Kosmee – Cosmos atrosanguineus
Blüte: schwärzlich-blutrot / Juni – Oktober
Standort / Boden: sonnig /durchlässig-frisch
Giftigkeit: nein
Lebenszyklus: mehrjährig, aber nicht winterhart. Die Knolle ist frostempfindlich.
Sie muss im Herbst aus dem Boden genommen und kühl gelagert werden. Im nächsten Frühjahr kann sie wieder ausgepflanzt werden. 

 

Mauritius am Balkon

Niemals werde ich den intensiven Duft nach Vanille vergessen, der mich umfangen hat, sobald ich den Flughafen von Mauritius betreten habe. Ich fühlte mich wie im Paradies.

Und da es in der letzten Zeit nicht ganz so einfach war, in die Ferne zu reisen, habe ich mir Mauritius nach Hause auf den Balkon geholt.
Die Vanilleblume (Heliotropium arborescens) ist mein ganz persönliches exotisches Inselreich, denn ihre violetten Blüten verströmen vor allem in den Abendstunden und bei höherer Luftfeuchtigkeit einen verführerischen Duft nach Vanille. So kann ich mich, wenn ich die Augen schließe und an den kleinen Blütenständen (die lange Blütezeit reicht von Mai bis September) rieche, innerhalb von Sekunden an meinen Lieblingsort auf der Insel im Indischen Ozean versetzen und für einige Augenblicke einen Kurzurlaub genießen.

Ideale Topfpflanze

Die Vanilleblume ist nicht winterhart und deshalb die ideale Topfpflanze. Sie liebt die Sonne und fühlt sich am wohlsten an einem sonnigen, wind- und regengeschützten Platz auf dem Balkon oder der Terrasse. Und sie dreht ihre Blätter mit dem Sonnenstand , ein Umstand, der ihr den Beinamen „Sonnenwende“ eingetragen hat.

Sonnenhungrige Diva

Die Pflege der sonnenhungrigen Vanilleblume ist allerdings etwas aufwändig, da sie wie eine echte Diva, die eine oder andere Allüre hat. So verträgt sie weder längere Trockenperioden noch Staunässe gut. Ich gieße meine Pflanzendiva einmal täglich und gönne ihr einmal monatlich etwas Flüssigdünger.

Bienen und Schmetterlinge fühlen sich von der Vanilleblume magisch angezogen. Bei Haustieren ist Vorsicht angebracht, da alle Pflanzenteile der Vanilleblume giftig sind.

 

Gärtnerische Daten:

Name: Vanilleblume – Heliotropium arborescens
Wuchs: aufrecht, dich, buschig, wird bis etwa 60 cm hoch
Blüte: Mai bis Oktober; blau, blauviolett oder weiß – je nach Sorte, Vanilleduft
Standort / Boden: Sonne bis Halbschatten / sandig bis lehmig, nährstoffreich, mittlerer Wasserbedarf
Lebenszyklus: mehrjährig, aber NICHT winterhart
Giftigkeit: giftig

 

Frisches Grün für den Eistee

Dieses Fest hatte Tradition: Am ersten Wochenende der Sommerferien wurde im Garten meiner Freundin gefeiert. Die Eltern grillten und meine Freundin und ich mixten köstlich-kühle Eistees …

Von Jahr zu Jahr wurden wir mutiger bei der Auswahl der Zutaten und kreativer bei der Kombination. Und so lernte ich eines Tages die mir damals noch völlig unbekannte Zitronenverbene kennen, die die Mutter meiner Freundin in einem Topf gezogen hatte.

,Louisenkraut‘ aus Südamerika

Zitronenverbene (Aloysia citrodora) – nach der Ehefrau des spanischen Königs Karl IV auch ‚Louisenkraut‘ genannt – stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde Ende des 18. Jahrhunderts von spanischen Seefahrern nach Europa gebracht.

 

Zitronenverbene liebt die Sonne und Wärme und muss in unseren Breiten an einem frostgeschützen Ort überwintern.

Liebt die Sonne

Zitronenverbene zählt zur Familie der Eisenkrautgewächse, ist frostempfindlich und wird deshalb am besten in einem Topf (so kann man sie zum Überwintern in den Keller stellen) mit durchlässiger Erde kultiviert. Zitronenverbene liebt die Sonne und fühlt sich am wohlsten an einem warmen, geschützten Platz an der Hauswand.

Die Blätter duften und schmecken – vor allem, wenn man sie zerreibt – intensiv nach Zitrone,
ihre Inhaltsstoffe sollen beruhigend wirken, aber gleichzeitig den Stoffwechsel anregen.

Limoncello für den speziellen ,Kick‘

Angeregt waren wir durch das neue frische ,Grün‘ auch bei der Kreation unseres neuen Eistees, den wir so zubereiteten:
Wasser aufkochen und Schwarztee nur kurz darin ziehen lassen. Braunen Rohrzucker im Tee auflösen, einige Blätter Zitronenverbene, Zitronensaft, Zitronenscheiben und ein Stück Zitronenschale (unbehandelt) dazugeben und einige Stunden kalt stellen. Gut gekühlt mit Eiswürfeln in Gläser füllen.
Den speziellen ,Kick‘ bekam unser Eistee dann übrigens noch durch einen heimlich beigefügten kräftigen Schuss Limoncello …

Zitronenmelisse für das Herz …

Einer unserer ,Dauerbrenner‘ war Früchte-Eistee mit Zitronenmelisse, den wir jedes Jahr etwas abwandelten, aber Fixpunkt war dabei immer Melisse (Melissa officinalis).
Sie stammt ursprünglich aus dem Orient und wurde seit dem Mittelalter vor allem wegen ihrer Heilkraft in allen Klostergärten angepflanzt. So galt sie als ,beste Pflanze für das Herz‘ und als nervenstärkend.

 

Zitronenmelisse ist winterhart und wächst am besten an einem sonnigen Standort mit durchlässigem Boden. Ihre Blätter duften angenehm frisch nach Zitrone.

… und für den Tee

Dieses spezielle Zitronenaroma liebe ich auch heute noch in einem selbst zubereiteten Eistee:
Dafür Früchtetee (z.B. Beeren- oder Granatapfeltee) etwas süßen, Zitronenmelisse und Zitronensaft dazugeben und kalt stellen.

Wir haben den Tee damals zusätzlich noch mit einigen frischen Früchten (z.B. Ananasstücken oder Melonenkugeln) ,aufgepeppt‘.
Und ich kann mir auch vorstellen, dass ein Stamperl Cointreau oder Grand Marnier hervorragend dazu passt …

 

 

Richtig gießen: Dusche oder Badewanne?

Nemecek gegen Wondracek – das war Brutalität. Richtig gießen: Darüber konnten sich die zwei betagten Nachbarinnen des Vorstadtzinshauses lautstark in die Haare kriegen.

Während die eine darauf schwor, dass man die Rosenstöcke im kleinen gemeinsamen Garten des Hauses nur von ,unten‘ gießen dürfe, brachte die andere ihre Meinung, dass ja auch Regen von ,oben‘ käme und deshalb diese Art des Bewässerns für fast alle Pflanzen die einzig richtige sei, lautstark zum Ausdruck.

Hauptaufgabe Gießen

Gießen gehört zu einer der wichtigsten Aufgaben im Garten, da Wasser außer einem nährstoffreichen Boden und Sonne zu den Grundbedürfnissen von Pflanzen zählt.
Wie man am besten gießt und wie oft – darüber gibt es unter Gartenbesitzern auch heute noch immer wieder Diskussionen.

Die Häufigkeit des Gießens hängt in erster Linie vom Wetter (regnet es häufig oder herrscht Trockenheit), Jahreszeit, Temperatur, Beschaffenheit des Bodens, Sonneneinstrahlung und Pflanzenart ab. Bei Topfpflanzen ist außerdem noch die Größe des Topfes ausschlaggebend für die benötigte Wassermenge. Denn ein kleiner Topf erwärmt sich schneller als ein großer und dadurch ist auch die Verdunstung höher.
Und auch das Material des Topfes hat große Bedeutung: Aus Terracotta-Töpfen, die unglasiert sind, verdunstet mehr Wasser als von glasierten Töpfen oder Kunststoff-Gefäßen.

 

Aus unglasierten Terracotta-Töpfen verdunstet viel Wasser (man kann dies sehr gut an den weißen Flecken sehen, die sich aus den Kalkrückständen des Gießwassers bilden).

Topfpflanzen öfter gießen als Beetpflanzen

Generell kann man sagen, dass Topfpflanzen öfter als Beetpflanzen gegossen werden müssen, da sie nur einen kleinen Raum ,durchwurzeln‘ und dadurch Wasser aufnehmen können.

Wasseraufnahme über die Wurzel

Und hier sind wir beim eingangs erwähnten Streitpunkt:
Die Wasseraufnahme erfolgt bei fast allen Pflanzen über die Wurzel. Gegossen wird deshalb am besten, indem man das Wasser gleichmäßig am Wurzelstock der Pflanze verteilt und dadurch den gesamten Wurzelballen wässert – also von ,unten‘ gießt. Werden Pflanzen von ,oben‘ gegossen, kann die Feuchtigkeit auf den Blättern Pilzerkrankungen hervorrufen. Im Zweifelsfall gilt daher: Keine ,Dusche‘.
Besonders für Duftpflanzen gilt: Nach Möglichkeit nie von oben mit Sprinklern (Beregnungsgeräten) gießen (siehe Bild ganz oben), da dadurch ein Großteil des Duftes und der Blütenpracht verloren gehen!

So mögen es die meisten Pflanzen: Bewässerung an der Wurzel – egal, ob mit Gießkanne, Schlauch oder Bewässerungsanlage.
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Früh am Morgen gießen

Am besten gießt man in den frühen Morgenstunden. In der Früh ist es kühler als tagsüber und die Verdunstung geringer. Beim Gießen in der prallen Sonne können außerdem durch Wassertropfen, die auf die Blätter gelangen, die Blätter ,verbrennen‘, da die Wassertropfen wie ,Brenngläser‘ wirken. Und durch Gießen in den Abendstunden können eine eventuelle Schneckenplage und auch Pilzbefall (wie z.B. ,Rosenrost’ oder ,Sternrußtau’) begünstigt werden.

Nicht täglich, aber intensiv

Als Faustregel gilt auch: Je größer und dünner die Blätter einer Pflanze, umso höher der Wasserbedarf.
Gießen sollte man nicht täglich, dann aber intensiv: Das Wasser soll möglichst tief in den Boden eindringen und auf diese Weise eine ,Badewannenwirkung‘ erreicht werden. Die Pflanzen werden auf diese Weise dazu ,erzogen‘, tiefer zu wurzeln und sich über mehrere Tage hinweg das benötigte Wasser aus der ,Feuchtwanne‘ zu holen. Sie können sich so auch bei Hitzeperioden besser mit Wasser versorgen.
Gießt man nämlich täglich, aber nur wenig, verdunstet viel Gießwasser und die Pflanzen wurzeln nur oberflächlich und können bald keine Feuchtigkeit mehr aus der ausgetrockneten Bodenoberfläche holen.
Allerdings müssen frisch eingesetzte Pflanzen, die noch über kurze Wurzeln verfügen, häufiger gegossen werden – bis sie sich richtig ,eingewurzelt‘ haben und kräftig genug sind, sich das Wasser aus tieferen Erdschichten zu holen.

Achtung vor Staunässe!

Wichtig bei Pflanztöpfen ist, dass sie intakte Abflusslöcher haben, aus denen überschüssiges Wasser abrinnen kann. Daher sollte man – bis auf wenige Ausnahmen – keine Untersetzer verwenden, in denen Wasser steht, da dies zu Staunässe und eventuell zu Wurzelfäule führen kann. Besser sind Untersetzer-Platten, von denen überschüssiges Gieß- oder Regenwasser abrinnen kann. Eine der wenigen Ausnahmen von dieser Regel sind Oleander, die gerne ,nasse Füße‘ haben …

 

 

Auf dein Wohl, Ernest …

Ich spüre die karibische Sonne auf der Haut, heißen Sand unter den Füßen und höre das Rauschen des Meeres. In meiner Hand ein kühles Glas. Langsam öffne ich die Augen …

… und sehe von meiner Terrasse aus, wie sich in meinem Garten zwei Eichhörnchen ein Wettrennen liefern und der Nachbar den Rasenmäher in die Poleposition zum Mähen bringt. Die Realität hat mich wieder. Aber das Glas in meiner Hand kühlt mich tatsächlich und der Drink darin verzaubert mich immer wieder. Der Drink: herrlich erfrischender Mojito (= kleiner Zauber), mit Hemingway-Minze gemixt. Man kann aber auch andere Minzblätter verwenden, die nicht zu viel Menthol enthalten, weil zu viel Menthol die Geschmacksnerven betäubt.

 

Hemingway für Mojito

Mojito- oder Hemingway-Minze (Mentha species nemorosa) ist die perfekte Zutat für den berühmten kubanischen Cocktail, da sie sehr aromatisch ist und weniger Menthol enthält als andere Minzearten. Dadurch schmeckt der Drink, den sich der amerikanische Schriftsteller Ernest Hemingway (1899-1961) angeblich täglich gönnte, besonders frisch und spritzig. Und noch heute wird der Mojito in Hemingways Stammbar ,Floridita’ in Havanna auf Kuba und in ,Sloppy Joe’s Bar’ in Key West (Florida/USA) so serviert.

 

Hemingway-Minze wächst gut im Beet oder im Topf an einem sonnigen Standort mit feuchtem Boden. Sie ist winterhart und blüht im Hochsommer weiß oder zartrosa. Die Blätter können ganzjährig geerntet werden.

 

So mixe ich meinen Mojito

Für 1 Glas eine Limette (unbehandelt) waschen, der Länge nach vierteln und die Spalten in kleine Stücke schneiden. 1-2 Kaffeelöffel Rohrzucker beifügen und die Limettenstücke mit dem Stößel eines kleinen Mörsers oder mit dem Rücken eines Kaffeelöffels zerdrücken.
6-7 große Blätter Mojitominze klein schneiden, dazugeben und alles weiter zerdrücken, damit die ätherischen Öle der Minze frei gegeben werden.
6 cl weißen kubanischen Rum (Havana Club) dazugießen, 3-4 Eiswürfel dazugeben, alles gut verrühren und mit einem Schuss Sodawasser aufspritzen. Zum Schluss 1-2 Blätter Mojito-Minze als Deko und einen Trinkhalm ins Glas stecken.

Und jetzt mache ich es mir mit einem guten Buch auf meiner Terrasse gemütlich und trinke auf dein Wohl, Ernest …