Oregano: Vom Hexenkraut zum Liebeskräutlein

Urlaub! Ich weiß, dass ich im Süden angekommen bin, wenn ich in der Toskana über die Wiese hinter dem Ferienhaus gehe und den würzigen Duft des hier überall wild wachsenden Oreganos einatme. Sofort wird mir wieder klar, warum Oregano früher meist ,Wohlgemut‘ genannt wurde. Auch bei mir wirkt schon alleine sein intensiver Geruch stimmungsaufhellend und außerdem appetitanregend. Im Handumdrehen erscheinen knusprige Pizza und eine langsam geschmorte Lammstelze vor meinem geistigen Auge.

Dabei wird Oregano erst seit relativ kurzer Zeit als Gewürz verwendet. In der Antike wurde die Pflanze als Heilmittel bei Entzündungen der Atemwege und Verdauungsorgane sowie zur Abwehr von Dämonen verwendet. Im Mittelalter sollte Oregano vor Hexen schützen und den Teufel vertreiben. Später wurde aus dem ,Hexenkraut‘ ein ,Liebeskräutlein‘: Da Oregano die Liebe frisch verheirateter Ehemänner festigen sollte, legten Bräute ein Stämmchen Oregano in ihren Schuh oder banden einen Zweig Oregano in den Brautstrauß. 

Oregano liebt die Sonne

Der heiße und teilweise sehr trockene Sommer war für meine Oreganopflänzchen im Garten ideal. Denn Oregano liebt die Sonne und benötigt nur wenig Wasser. Jetzt, am Ende des Sommers, ist sein Aroma besonders intensiv – es ist die beste Erntezeit und die beste Gelegenheit – getrocknet – einen Vorrat für den Winter anzulegen

Mediterrane Nachbarn

Ideale Pflanznachbarn von Oregano sind andere mediterrane Kräuter, wie Rosmarin, Salbei und Ysop. Bei einer Kräuterspirale ist der beste Platz für Oregano am höchsten Punkt, da er dort der Sonne am nächsten ist.

Oregano ist – außer für Pizza und Lammgerichte – aromatische Würze für Nudelsaucen, sommerliche Salate, Schafkäse und Chilis. Meine persönliche Lieblingssorte ist der ,Griechische Oregano‘ (Origanum heracleoticum) mit besonders intensivem Aroma, der fr mich einfach nach Urlaub, Sonne und Meer schmeckt.

 


Gärtnerische Daten:

Name: Oregano / Echter Dost, Wohlgemut, Wilder Majoran – Origanum vulgare
Wuchs: 25 – 50 cm
Blüte: Juli bis September; weiß, rosa oder lila
Duft: intensiv würzig
Standort/Boden: sonnig / durchlässiger, karger Boden
Lebenszyklus: mehrjährig, winterhart
Essbar: Blätter und Blüten
Nutzung: Küchenkraut, Heilpflanze

 

 

 

Glühwürmchen als Schneckenjäger

Meine italienische Freundin Graziana ist immer noch überwältigt von ihren Gefühlen, wenn sie von der lauen Sommernacht vor vielen Jahren erzählt, als ihr Freund Roberto vor ihr auf die Knie ging und formvollendet um ihre Hand anhielt. Und obwohl der Heiratsantrag schon Jahrzehnte zurückliegt und die beiden mittlerweile glückliche Großeltern sind, kann sie sich immer noch an jedes Detail dieses Abends im Garten der Villa ihrer Eltern in Lucca (Toskana/Italien) erinnern.
„Die Stimmung war einfach unbeschreiblich“, erzählt sie von ihren großen Gefühlen, „denn hunderte Glühwürmchen sorgten für besonders romantische Beleuchtung. Es war, als ob mir Roberto alle leuchtenden Sterne vom Himmel holen wollte und uns beiden ganz alleine das gesamte Weltall mit hunderten funkelnden Sternen gehörte“, schwärmt Graziana noch heute.

Das ist der Moment, in dem ich zur CD greife und Graziana während unserer langen Telefonate den alten Schlager ,Glühwürmchen flimmre‘ vorspiele. Das darauf folgende ansteckende Lachen Grazianas habe ich dann immer noch stundenlang im Ohr.

Eine akustische Kostprobe findest du durch Klick auf das Bild:

Energie wird zu Licht

Auch jetzt noch gönnen sich Graziana und Roberto jedes Jahr Mitte Juni ein romantisches Abendessen in ihrem Garten und hoffen auf die Gesellschaft möglichst vieler Glühwürmchen, die ja eigentlich Käfer sind.

Denn Glühwürmchen gehören zur Familie der Leuchtkäfer, von denen es weltweit etwa 2000 verschiedene Arten gibt. In Mitteleuropa sind allerdings nur drei Arten beheimatet:

    o Kleine Leuchtkäfer
    o Große Leuchtkäfer
    o Kurzflügel-Leuchtkäfer

Alle Leuchtkäfer haben an der Unterseite ihres Bauches Leuchtorgane, in denen eine biochemische Reaktion stattfindet, bei der frei werdende Energie in Licht umgewandelt wird (Biolumineszenz).

Ausgesendet werden diese Leuchtsignale von den Käfern, damit männliche und weibliche Tiere zur Paarung zusammenfinden. Die Weibchen suchen sich einen erhöhten Punkt und leuchten so lange, bis ein passendes Männchen vorbeigeflogen kommt und sich einfach auf das Weibchen fallen lässt. 

Höhepunkt Johannisnacht

Rund um die Johannisnacht vom 23. auf den 24. Juni sind die Glühwürmchen besonders aktiv und der Höhepunkt der Partnersuche erreicht.
In dieser Zeit genieße ich die langen, lauen Abende – natürlich ohne künstliches Licht – in meinem Garten und freue mich, wenn die ,Mittsommernächte‘ vom ,magischen Leuchten‘ der Glühwürmchen erhellt werden.

Damit Glühwürmchen angelockt werden, sollte man einige Schnittguthaufen im Garten belassen (die sich darin entwickelnde Wärme lockt die Weibchen an). Dabei ist wichtig, dass der Rasen nicht gedüngt und kein Schneckengift verwendet wurde.

Versierte Schneckenjäger

Glühwürmchen sind nämlich nicht nur romantische ,Liebesboten‘, sie sind auch versierte Schneckenjäger. Denn die Larven der Glühwürmchen fressen alle Schneckenarten. Die ,Opfer‘ werden mit mehreren Giftbissen überwältigt und – so unglaublich es klingt – oft mehrere Meter bis zu einem geschützten Platz geschleppt, um dort in Ruhe verspeist zu werden.

Biologische Daten Glühwürmchen:

Familie: Leuchtkäfer
Ordnung:
Käfer
Wissenschaftlicher Name:
Lampyridae
Lebensraum:
Wald, Wiesen, Gärten
Nahrung:
kleine Insekten, Schnecken, Pollen, Nektar
Feinde:
Frösche, Spinnen, Vögel
Lebensdauer:
etwa 2 Monate
Gewicht:
0,2 g
Größe:
12-20 mm (Weibchen), 5-20 mm (Männchen)

 

Noch mehr Fach-Informationen zu Glühwürmchen findest du durch Klick auf das Bild:

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Regenwurm – mein bester Mitarbeiter

Stundenlang konnte ich als Kind die reichlich vorhandenen Regenwürmer im Garten meiner Großmutter beobachten, wenn sie nach einem heftigen Regen an die Oberfläche kamen. Heute weiß ich, warum sich nach einem intensiven Guss viele Regenwürmer an der Oberfläche tummeln: Nicht die eindringende Feuchtigkeit lockt sie aus der Erde, sondern das trommelnde Geräusch des niederprasselnden Wassers.

Biologen vermuten: Die Wassertropfen erzeugen Vibrationen, die Regenwürmer an die Grabgeräusche von Maulwürfen erinnern. Und auf der Flucht vor ihren größten Feinden kommen die Würmer ans Tageslicht.

Dem ,kühlen Nass‘ haben Regenwürmer also nicht ihren Namen zu verdanken. Der deutsche Komiker Heinz Erhardt (1909 – 1979) hatte dazu übrigens auch eine Theorie, die durchaus von Wissenschaftlern geteilt wird:

Heinz Erhardt: „Da fängt der Wurm sich an zu regen …“

Heute noch freue ich mich über jeden Regenwurm in meinem Garten. Denn mir ist bewusst: Hier macht mein bester Mitarbeiter gerade seinen Job. Und das ganz ohne Formalitäten – keine Beauftragung und keine Bezahlung. Der Regenwurm gräbt ganz freiwillig um und sorgt so für die Belüftung und eine gleichmäßige Wasserverteilung innerhalb des Erdreichs sowie für die Durchmischung verschiedener Erdschichten.

Regenwürmer ernähren sich von Blättern, abgestorbenen Pflanzenresten und verschiedenen Pilzen und Bakterien. (Pro Tag frisst ein Regenwurm ungefähr die Hälfte seines Eigengewichts.) Im Darm der Tiere wird die Nahrung dann mit Mikroorganismen angereichert und als besonders gute ,Erde´ wieder ausgeschieden. Laut Biologen ist ein Regenwurmhäufchen ein besserer Dünger als die gleiche Menge Kompost.

Wie schon meine Oma sagte: ,Der liebe Gott weiß, wie man fruchtbare Erde macht, und er hat sein Geheimnis den Regenwürmern verraten.´

 

100 Würmer in 1m² Boden

Durchschnittlich ,wohnen‘ in einem Quadratmeter ,gesundem‘ Boden etwa hundert Regenwürmer. Die Tiere lieben feuchte und lockere Böden. Der ph-Wert der Erde sollte nicht niedriger als 3,5 sein, da die Säure sonst den Schleimmantel, der die Würmer umgibt, zerstört. Am wohlsten fühlen sich Regenwürmer bei einer Temperatur zwischen 10 und 15 Grad C, weshalb sie im Frühjahr und Herbst am aktivsten sind. Ist es ihnen im Sommer zu trocken oder im Winter zu kalt, graben sie sich tief in die Erde ein, ringeln sich zusammen und fallen in einen Sommer- bzw. Winterschlaf.

Biologische Daten:

Etwa 46 verschiedene Regenwurmarten sind bei uns heimisch.

Am häufigsten kommen der Tauwurm oder gemeine Regenwurm und der Kompostwurm vor.

Der Tauwurm (Lumbricus terrestris) wird 12 bis 30 cm lang, hat ein leicht rötlich gefärbtes Vorder- und ein blasses Hinterteil, er lebt in Wiesen, Gärten und Obstanlagen, gräbt bis zu drei Meter tiefe Gänge und ,durchwühlt‘ den Boden sehr intensiv.

Der Kompostwurm (Eisenia fetida) ist mit einer Länge von 4 bis 14 cm deutlich kleiner als der Tauwurm und hat eine rötliche Färbung. Wie der Name sagt, kommt er fast ausschließlich in Komposthaufen vor, da er zum Überleben Erde benötigt, die sehr reich an organischem Material, wie etwa Küchenabfällen (rohes Gemüse oder Obst), ist.

Wegen dieser Eigenschaft wird er auch verkauft und gezielt in Komposthaufen und Wurmkisten (dienen zur Gewinnung von hochwertigem Humus) eingesetzt.

Wichtig: Ein ,normaler’ Komposthaufen kann mit gekauften Kompostwürmern ,angereichert’ werden. Bei einem ,Thermokomposter’ aus Kunststoff ist dies nicht möglich, da darin zu hohe Temperaturen herrschen, die die Würmer umbringen würden.

Hinweis: Es gibt Wurm-Vasen aus Ton, die sich gut für Hochbeete eignen, um dort Kompostwürmer anzusiedeln, die das Beet dann mit ihrem Dung anreichern.

Sehr anschaulich zeigt ein Video nicht nur die ,Tätigkeit‘ von Regen- und Kompostwürmern, sondern sogar eine Regenwurm-Geburt, das im Zusammenhang mit einem Kinder-Workshop vom WDR gedreht wurde:

Flowers Forever: München im Blütenrausch

Blumen ziehen uns seit jeher durch ihren verführerischen Duft, ihre bunte Pracht und ihre fast unendliche Vielfalt in ihren Bann. In München bietet die hervorragend gestaltete Ausstellung ,Flowers Forever‘ einen faszinierenden Rundgang durch die Kulturgeschichte der Blume vom Altertum bis heute. In der Präsentation in der Münchner Kunsthalle sind noch bis zum 27. 8. 2023 rund 170 Werke aus internationalen Sammlungen sowie eigens für die Ausstellung aufwändig entstandene Installationen zu sehen. Eine Schau, die uns begeistert hat. Kommt mit auf einen Rundgang unserer ganz persönlichen Highlights!

,Chamäleonpflanze‘ Lungenkraut

Gleich zu Beginn der Ausstellung lässt uns ein Video über das ,Lungenkraut‘ in die geheime Welt der Pflanzen eintauchen. Der Film macht deutlich, dass Pflanzen keine stummen Wesen sind, sondern über Geruchsstoffe oder elektrische Signale miteinander und auch mit Insekten kommunizieren können. Das ,Lungenkraut‘ z.B. verändert während der Blütezeit die Farbe seiner Blüten (ähnlich wie in der Tierwelt das Chamäleon die Farbe seiner Haut) und erspart auf diese Weise den Insekten viel Arbeit, die in den Blüten nach Nektar suchen: Hat die Blütenfarbe von Rosa zu Blau gewechselt, wissen die Insekten, dass nichts mehr zu holen ist.

 

Botanische Studien

Im 17. Jahrhundert wurden nicht nur die ersten botanischen Gärten angelegt, sondern Künstler, wie der Florentiner Maler Girolomo Pini, stellten in botanischen Studien Blumen präzise und bis ins letzte Detail akribisch erfasst, dar.

Blumen als Spekulationsgeschäft

Spekulationsgeschäfte – eine Erfindung der heutigen Zeit? Keineswegs! Mit der ,Tulpenmanie‘ in den Niederlanden wurde der Handel mit Blumen im 17. Jahrhundert erstmals zum großen Spekulationsgeschäft. Und die Spekulanten nach dem Platzen der Finanzblase zu übertölpelten Affen, wie Jan Brueghel d. J. (1601 – 1678) in seiner ,Satire auf die Tulpenmanie‘ (1640) zeigt (Bild oben – Ausschnitt).

 

Adam im Paradies

Paradiesische Pflanzen – und mitten drin ,Adam gelangweilt‘, wie das Bild ursprünglich hieß. Christian Zahrtmann (1843 – 1917) umgibt seinen bewusst aufreizend dargestellten ,Adam im Paradies‘ mit eindeutig (homo-)erotischen Symbolen, wie der Schlange und Bananen im Vordergrund und üppiger Blumenpracht im Hintergrund. Ein äußerst verführerischer ,Garten Eden‘ (Bild).

 

Agathes Brautkleid

In der Form eines riesigen Hochzeitsbouquets hat das niederländische Designerduo Viktor&Rolf (beide geb. 1969) ,Agathes Brautkleid‘ für Robert Wilsons Inszenierung der Oper ,Der Freischütz‘ (Carl Maria von Weber, 1786 – 1826) entworfen. Die aus weißer Spitze und Tüll gestalteten Rosen des Kleides stehen symbolisch für die Unschuld und Jungfräulichkeit der Braut.

 

Virtueller Blumengarten

Der mexikanische Digital-Art-Künstler Miguel Chevalier (geb. 1959) erschafft mithilfe von Algorithmen den überdimensionalen virtuellen Blumengarten ,Extra-Natural 2023′, der immer wieder neue Pflanzen kreiert – je nachdem, wie sich die Menschen im Raum bewegen. Daran kann man sich nicht satt sehen! (Bild)

 

Überwältigendes Finale

Überwältigend ist das Finale der Ausstellung: Die Installation ,Calyx‘ (Blütenkelch) der britischen Künstlerin Rebecca Louise Law (geb. 1980) aus 200.000 getrockneten Blumen entstand als Gemeinschaftsprojekt der Münchner Einwohner, die ein Jahr lang Blüten aus Gärten, von Blumensträußen etc. sammelten und zur Verfügung stellten.

Tipp: Audio-Tour

Zur Ausstellung gibt es eine kostenlose Audio-Tour, die von zuhause sowie in der Ausstellung selbst auf das Handy oder Tablet downgeloadet werden kann.
Link zum Download: http://www.specials.kunsthalle-muc.de/flowers-forever-audio/
Wichtig: Eigene Kopfhörer mitbringen, da es vor Ort keine Leihgeräte gibt!

Kunsthalle München
Flowers Forever
Blumen in Kunst und Kultur
3.2. – 27.8.2023
Theatinerstraße 8
80333 München
www.kunsthalle-muc.de

Weinreben: Mein persönlicher Jungbrunnen

Ich staunte nicht schlecht, als ein Freund zum Einweihungsfest unseres neuen Hauses statt eines Blumenstraußes einen Rebstock mitbrachte – das war vor mehr als dreißig Jahren. Die Freude darüber war damals auf meiner Seite eher verhalten, da ich durch den neuen ,Gartenbewohner‘ jede Menge Arbeit auf mich zukommen sah. Und davon hatte ich mit einem Haus, das noch den letzten ,Schliff‘ benötigte und einem Garten, der sich noch ziemlich ,ursprünglich‘ zeigte, mehr als genug.

Und ich hatte recht: Rebstöcke (der damals Geschenkte blieb nicht der einzige in meinem Garten) machen Mühe. Aber: Mittlerweile liebe ich diese Arbeit (Vor allem regelmäßiger Rebschnitt ist notwendig, soll der Weinwuchs nicht unkontrolliert ausufern.) und ich möchte die Beschäftigung mit den Rebstöcken auf keinen Fall mehr missen.

Natürlicher Schattenspender

Und auch auf meine Weinlaube, in die ich mich an heißen Tagen zurückziehe, da sie natürlichen Schatten spendet und gleichzeitig Sichtschutz gegenüber den Nachbarn bietet, möchte ich nicht mehr verzichten. Ideal für Lauben sind übrigens sogenannte ,Direktträger‘, Rebstöcke, die nicht veredelt wurden. Sie wachsen nicht nur besonders schnell, sondern sind auch resistent gegenüber der Reblaus und bestimmten Pilzkrankheiten, wie etwa dem ,echten Mehltau‘, der besonders in heißen Sommern viele Weinstöcke befällt.

Power für meine Zellen

Im Herbst kündigt ein unverwechselbarer Duft an, dass die Trauben reif sind und die ,Lese’ unmittelbar bevorsteht. Freunde und Familie freuen sich auf die dunkelroten, aromatischen Beeren, die nicht nur viel Geschmack haben, sondern auch gesund sind. 

Heilpflanze des Jahres 2023

Vor allem die Inhaltsstoffe „Resveratrol“ und „OPC“ (Oligomere Proanthocyanidine) machen Weintrauben so gesund: Sie wirken antioxidativ, beeinflussen die Durchblutung positiv und beugen so Herz- und Kreislauferkrankungen vor, schützen unsere Körperzellen und stärken das Immunsystem. Genügend Gründe, dass die Weinrebe (Vitis vinifera) vom Münchner Naturheilverein ,Theophrastus‘ zur Heilpflanze des Jahres 2023 gewählt wurde. Ich habe deshalb die Weinstöcke in meinem Garten zu meinem ganz persönlichen Jungbrunnen ernannt.

Gärtnerische Daten:

Für die Begrünung von Lauben und Gebäuden eignen sich am besten schnellwachsende, gut winterharte und gegen Krankheiten, wie etwa die Wurzelreblaus oder Pilzkrankheiten (Mehltau), weitgehend resistente Weinreben, wie es verschiedene Uhudler-Sorten sind.

Wichtig sind ein gut sonniger Standort und ein leicht lehmig-sandiger, gut durchlässiger Boden, da die Weinstöcke keine Staunässe vertragen. Außerdem sollte der Boden tiefgründig ohne Hindernisse für die bis in 15 m Tiefe reichenden Wurzeln sein – dies ist wichtig, damit die Pflanzen auch in Trockenzeiten ohne Bewässerung auskommen.

Für die Anlage einer dichten Laube ist zu beachten, dass die Reben in einem Abstand von etwa 1 – 1,5 m gesetzt werden. Trotzdem muss man etwa mit 2 Jahren rechnen, bis die Laube gut verwachsen ist und vollen Schatten spendet.

Wir stellen hier zwei Uhudler-Reben vor, die sich besonders gut für eine Weinlaube eignen, weil sie sehr wuchsstark, robust und weitgehend trockenresistent sind: 

Concordia

Name: Uhudler Concordia – Vitis vinifera Concordia
Familie: Weinrebengewächse – Vitaceae; Gattung Vitis
Wuchs: Mit Sprossranken kletternder Strauch, Zuwachs pro Jahr 1 bis 2,5 m
Blätter: Oberseite tiefgrün, Unterseite rosa bis orange
Blüte: gelb / zwittrig, daher selbstbefruchtend
Standort/Boden: Sonne / durchlässiger sandig-lehmiger Boden, keine Staunässe!
Lebenszyklus: mehrjährig, sehr gut winterhart
Fruchtreife: Mitte September
Wurzelsystem: Tiefwurzler 

Isabella

Name: Uhudler Isabella – Vitis vinifera Isabella
Familie: Weinrebengewächse – Vitaceae; Gattung Vitis
Wuchs: Mit Sprossranken kletternder Strauch, Zuwachs pro Jahr 1 bis 1,5 m
Blätter: Oberseite dunkelgrüngrün, Unterseite grauweiß wollig-filzig
Blüte: weiß / zwittrig, daher selbstbefruchtend
Standort/Boden: Sonne / durchlässiger sandig-lehmiger Boden, keine Staunässe!
Lebenszyklus: mehrjährig, sehr gut winterhart
Fruchtreife: Mitte September
Wurzelsystem: Tiefwurzler
Hinweis: Bekannteste Direktträger-Sorte. In der Türkei werden die Blätter für die bekannten ,Gefüllten Weinblätter’ verwendet. In Norditalien wird aus den Trauben ein intensiv nach Erdbeeren schmeckender Wein mit dem Namen ,Fragolino’ gekeltert.