London: Chelsea Flower Show 2023

Ein traumhaftes Blütenmeer empfing uns in der Haupthalle der diesjährigen Chelsea Flower Show, die vom 23. bis 26. Mai in London stattfand. Diese internationale Gartenausstellung, die auch die Queen regelmäßig besuchte, ist ein ,Mekka‘ für alle GartenbesitzerInnen und Pflanzenfreunde aus dem In- und Ausland.

Hier ist britische Gartenbegeisterung und Gartenkompetenz zu Hause und hier gibt es nicht nur einen Überblick über die neuesten Gartentrends, sondern auch sehr viele praktische Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gartens. Wir haben für euch die ,Glanzpunkte‘ und Attraktionen der Gartenschau im nachfolgenden Bericht festgehalten.

Zantedeschien, auch als Calla oder Zimmerkalla bekannt

Von exotischen Schnittblumen bis Bienenfutter-Gärten

Zantedeschien sind bei uns unter der Bezeichnung ,Calla‘ bekannt – und das zu Recht, leitet sich diese Bezeichnung aus dem Altgriechischen ab und bedeutet so viel wie ,Schönheit‘. Tatsächlich sind diese oft fälschlicherweise als Lilien bezeichneten ,Aronstabgewächse‘ wunderschön und präsentieren sich in vielen Farben von reinem Weiß bis zu einem eleganten Violett-Schwarz. Sie sind vor allem in Südafrika heimisch und erreichen dort auf Sumpfwiesen stattliche Höhen von bis zu 2,5 Metern.
Bei uns sind sie als Schnittblumen erhältlich, sie können aber auch sehr gut als Zimmerpflanze gehalten werden, wobei sie dann bis zu 80 cm hoch werden.

Aber Vorsicht: Zantedeschia enthält eine giftige milchige Flüssigkeit, die beim Menschen Hautreizungen verursachen, für Haustiere jedoch gefährlich sein kann. 

Orientalische Lilie ,Samantha‘

Eine weitere exotische Blütenpracht, die die BesucherInnen der Chelsea Flower Show in Verzückung versetzte, war die orientalische Lilie ,Samantha‘, die ursprünglich in China, Japan und Südostasien beheimatet war, aber durchaus auch bei uns im Freiland (mit Winterschutz) gezogen werden kann.
Die Zwiebeln der ,Samantha‘-Lilie sollten im Frühjahr in humosen, durchlässigen, leicht sauren Böden gesetzt werden, die Pflanze fühlt sich im leichten Halbschatten besonders wohl und blüht im Juli und August, wobei die Blüten intensiv und angenehm frisch duften.

Stachelige Schönheiten – Kakteen sind immer ein Anziehungspunkt

 

Fuchsien sind die Lieblinge vieler GartenbesitzerInnen – bei der Flower Show in London gab es ein riesiges Rondell prachtvoll blühender Fuchsien zu bewundern, an denen man sich kaum sattsehen konnte.

,Königinnen‘ jeder Blumenschau

Die ungekrönten Königinnen jeder Blumen- und Gartenschau sind die Rosen. Seit den Anfängen der Rosenzüchtung im 18. Jahrhundert bis heute sind weltweit mehr als 30.000 Rosensorten entstanden. Und jedes Jahr werden von den Gärtnereien neue Sorten vorgestellt, die durch besonderen Duft und raffinierte Färbung der Blütenblätter bestechen, aber auch gegen Schädlingsbefall und Trockenheit resistenter sind.

Im Meer von Rosen – da fällt die Auswahl schwer. Es gibt eine unüberblickbare Auswahl – NaturliebhaberInnen sollten jedoch auf eine gute Mischung von gefüllten und ungefüllten Blüten achten, damit auch die Bienen Futter finden.

Rose Emily Bronte: Schön, elegant, duftend und öfter blühend, aber gefüllt und daher leider kein Bienenfutter.

Ideale ,Begleiter‘ zu Rosen:

Intensiv leuchtende Blüten des Rittersporns (bot. Delphinium) sind Blickfänge in jedem Blumengarten. Es gibt davon mehr als 300 Arten – die klassischen Blüten sind in wunderschönen Blautönen, es gibt aber auch weiß, gelb, rosa und violett blühende Sorten. Und alle passen hervorragend zu Rosen.

Wichtig: Wer etwas für Bienen, Hummeln und sonstige Insekten tun möchte, sollte bei der Sortenauswahl unbedingt darauf achten, dass die Blüten ungefüllt sind. 

Vor allem in England sehr beliebt sind Digitalis purpurea (Roter Fingerhut), die nach alten Sagen Elfen als Kopfbedeckung gedient haben sollen. Keine Sage, sondern Tatsache ist, dass diese alte Heilpflanze hochgiftig ist – bereits der Verzehr von zwei bis drei Fingerhutblättern kann tödlich sein. Der Rote Fingerhut wurde 2007 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.

Wildbienen stört das nicht, sie finden in den schönen Blüten Futter.

Bienen sind das große Thema

Bienen sind auch in London das große Thema gewesen – wie derzeit bei fast allen großen Gartenausstellungen. Es geht dabei – sogar im klassischen Land des ,Englischen Rasens‘ – darum, statt sterilem Golfplatz-Grün vermehrt Wiesen anzulegen, die dem durch Pestizide immer geringer werdenden Insektenbestand wieder mehr ,geschützten‘ Raum und Möglichkeit zur Vermehrung bieten.

Förderung ,nützlicher‘ Gärten mit nektarreichem Bienenfutter

Eine englische Gärtnerei bietet bereits fix und fertigen Wildblumenrasen in garantiert plastikfreien Behältnissen an …

… der schon perfekt verwurzelt ist. Eine ausgewogene Mischung aus Wildblumen, Kräutern und blühenden Stauden wächst dabei auf einem biologisch abbaubaren Filz und ermöglicht es, ohne besondere gärtnerische Fähigkeiten, ein perfektes Insektenumfeld zu schaffen (Info: www.turf.co.uk).

Pilzzucht im eigenen Garten

Für alle, die sich der ,Selbstversorger-Bewegung‘ verschrieben haben, gab es außer einem großen Sortiment an Kräuter- und Gemüsepflanzen auch ein umfangreiches Angebot, eine Pilzzucht im eigenen Garten zu starten.

Und für Kunst/Kitsch-Fans wurden nicht nur fertige Skulpturen aus Holz angeboten, sondern auch Drahtgeflechte, die man mit immergrünen Pflanzen bewachsen lassen und auf diese Art verschiedene Tiere und andere Skulpturen ,kreieren‘ kann. Quasi als Pendant zu den heimischen Gartenzwergen …

Int. Gartenbaumesse Tulln 2021

Traumhafte Blumenarrangements und jede Menge praktischer Anregungen für alle, die Pflanzen lieben und in ihren Gärten so richtig ‚aufblühen’, präsentierte die heurige Internationale Gartenbaumesse, die vom 2. bis 6. September in Tulln stattfand.
Unter dem Motto ,Gartenträume’ wurden von den besten österreichischen Gärtnern und Floristen mehr als 200.000 Blumen zu traumhaften Gestecken und eindrucksvollen Mustergärten verwandelt.

 

Von Badeteich bis Begrünung

Gartengestalter zeigten, wie man seinen Garten zu einer grünen – und umweltgerechten – Wellness-Oase umgestalten kann.
Beispielsweise die einfache und schnelle ‚Errichtung’ eines Sichtschutzes mit Efeuwänden (die man per Laufmeter erwerben kann) statt der noch immer weit verbreiteten, aber in vielerlei Hinsicht problematischen Thujen. Oder Begrünungen von unschönen Wänden mit Grünpflanzen und Blütenstauden, die nicht nur unser Auge, sondern auch Vögel und viele nützliche Insekten erfreuen (kleine Bilder oben links und rechts).
Und da die Sommer immer heißer werden, gibt es einen ganz starken Trend, den Garten durch kühlende ,Wasserstellen’ unterschiedlichster Art – vom kleinen Springbrunnen bis zum Badeteich – noch ,wohnlicher’ zu machen.

 

In die Zeit des französischen Sonnenkönigs, Ludwig IX, fühlten wir uns im prachtvollen Schlossgarten zurückversetzt. Er lud ein, zwischen den akkurat gestutzten Büschen und den farblich perfekt abgestimmten Blüten wie vor Jahrhunderten mit den Augen zu ,lustwandeln’ und ließ uns beinahe die Zeit vergessen.

 

Wunderbaren Duft verströmte der englische Rosengarten, an dem wir uns gar nicht sattsehen konnten. Ein Fest für alle Sinne! Auch die Queen wäre ,amused´ gewesen.

 

In die orientalische Welt ließ uns der indische Garten eintauchen. Im Mittelpunkt stand ein großes Wasserbecken. Buntes Gemüse, wie gelbe und rote Paprika, Zucchini und Melanzane, waren zu einem symmetrischen Symbol gestaltet, Blumen und duftende Kräuter ergänzten die Gartenpracht.

 

Unter dem Motto ,Pop Art im Rosengarten‘ präsentierte die Gärtnerei Starkl eine moderne Rosenschau. Zwei große Wasserbecken mit Pop Art-Figuren waren mit Rosen dekoriert und mit grell bemalten Vasen und Tischen zu ,Kunstwerken’ arrangiert.

 

Viele exotische Pflanzen und Blüten, Lianen, einen ,naturnah’ überbrückten Wasserlauf und (künstliche) Nebelschwaden konnte man in einem großen Regenwald-Garten sehen. Damit wurde auch symbolisch gezeigt, dass es durchaus möglich ist, einen Garten ohne Beton, Metall und Kunststoff anzulegen …

 

Herrliche alte Olivenbäume

Das Herz von Bewunderern alter Olivenbäume höher schlagen ließen einige knorrige Exemplare, die auf dem Freigelände angeboten wurden.
Sie stammen aus Norditalien, sind deshalb an rauere Umweltbedingungen gewöhnt und vertragen laut Anbieter Temperaturen bis zu minus 28°C!

Wir waren so fasziniert von der archaischen Anmut dieser alten Bäume, dass wir sie – wie magnetisch angezogen – gleich dreimal ,besucht’ und sehnsuchtsvoll überlegt haben, ob einer davon vielleicht doch unseren Garten ,veredeln’ könnte