Kühlendes Grün statt heißer ,Steinwüste‘

von | 22. Juni 2021 | Aktuelles, Allgemein, Garten-Oasen, Gartenplanung, Kühlende Bepflanzung | 0 Kommentare

Temperaturmessungen haben mich überzeugt, dass wir alles daran setzen müssen, so wenig Bodenfläche wie möglich mit Beton, Steinen und Platten ,zuzupflastern‘, weil wir damit unsere Umgebung in eine Hitze-Wüste verwandeln: Wir haben bei einer Lufttemperatur von 33°C mit einem Spezialgerät die Boden-Temperatur auf einer verfliesten Terrasse im Schatten eines hellen Sonnenschirmes gemessen (38,7 °C) und einige Meter daneben auf einem ebenfalls schattigen Wiesenboden (27,8°C) und konnten einen Temperaturunterschied von 10,9 Grad C feststellen. Ein Unterschied von 39,21 Prozent!

Die Diskussion unter den Gartenbesitzern ist ebenso heiß wie die Hitzetage selbst – pro und contra ,Steingarten’: Kies- und Schotterbeete sind modern, werden als ,arbeitssparend’ gelobt und sind ,cool’ – aber leider keinesfalls kühl.

Denn für eine ,Kühlleistung’ ist es notwendig, dass Wasser aus einem Boden oder aus Pflanzen (Blättern) verdunstet – das ist ja auch das ,Geheimnis’ der kühlenden Bäume: Große Kronen mit vielen Blättern und damit großer ,Verdunstungsoberfläche’. Nadelbäume können das nicht so gut, weil die ,Blattoberfläche’ wesentlich kleiner ist.

 

Ein Naturboden heizt sich wenig auf und erzeugt durch Verdunstung von Wasser aus Boden und Pflanzen einen angenehmen Kühleffekt 

Aus Naturböden mit oder ohne Bewuchs verdunstet ebenfalls Wasser und durch diese sogenannte Evaporation entsteht Verdunstungskälte, die die Lufttemperatur darüber geringer hält. Neben der Kühlleistung durch das im Boden gespeicherte Wasser erbringen zusätzlich noch (bodennahe) Pflanzen, wie z. B. eine Wiese mit der Vielzahl an Grashalmen, eine weitere Kühlleistung durch sogenannte Transpiration.

All dies bringen eben Schotterbeete und Betonplatten nicht. Im Gegenteil: Die Steinmasse heizt sich in der Sonne bis zu 70°C auf (und noch höher, wenn schwarze Steine verwendet werden), speichert diese Hitze und gibt sie später wieder ab. Ein Kiesbeet wird damit regelrecht zur ,Heizdecke’.

Es dauert höchstens ein Jahr, bis sich auch bei nach unten ,versiegelten’ Schotterbeeten das erste Unkraut zwischen den Steinen zeigt, das man meist nur schwer und kaum nachhaltig entfernen kann. 

Noch etwas: Die Hoffnung, dass Kiesbeete besonders arbeitssparend sind, erfüllt sich leider nicht, wenn man nicht den Unterbau zusätzlich gegen Unkrautwuchs ,versiegelt’. Und selbst dann, dauert es meist nur ein Jahr, bevor Samen, die sich zwischen den Steinfugen ,gefangen’ haben, munter sprießen.
Eine Blumenwiese mit niedrig wachsenden bodendeckenden Pflanzen, die nur selten gemäht werden muss, macht kaum Arbeit, ist auf jeden Fall bunter – und bringt ersehnte Abkühlung an heißen Tagen. 

 

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